Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnte während seiner Rede auf dem Reuters Next-Gipfel, der am 16. Juni 2026 im Rahmen des Treffens der Staats- und Regierungschefs der „Großen Sieben' (G7) in Frankreich stattfand, kategorisch das Angebot des Kremls ab, ein Treffen in Moskau abzuhalten. „Ich werde nicht nach Moskau zu einem Treffen mit Putin fahren – ich spiele nicht mit diesen Spielen', erklärte der ukrainische Führer und kommentierte dabei die Worte des Pressesprechers des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow.

Ablehnung eines Besuchs in Moskau: „Spiele' versus Diplomatie

Selenskyj bezeichnete Peskows Angebot, er „könne jederzeit nach Moskau kommen, wo er empfangen werde', als Versuch der Manipulation. Nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten muss das Verhandlungsformat ausschließlich neutral sein. Er nannte mögliche Standorte: die Türkei, die Schweiz oder Länder des Nahen Ostens. Gleichzeitig betonte Selenskyj, dass Russland bisher keine Bereitschaft zum Beendigung des Krieges gezeigt hat.

Putins Position: verpasste Chance zur Deeskalation

Laut Selenskyj hatte er Anfang Juni Wladimir Putin einen offenen Brief mit dem Angebot zu einem persönlichen Treffen und einem vorübergehenden Waffenstillstand während der Verhandlungen geschickt. Der Kreml nutzte diese Gelegenheit auf dem G7-Gipfel jedoch nicht. Der ukrainische Präsident interpretierte dies als Demonstration des Unwillens der russischen Seite, den Konflikt zu beenden.

Warnung vor dem Winter: Antwort auf Angriffe auf die Energieinfrastruktur

Selenskyj erinnerte daran, dass die Ukraine aufgrund russischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur einen extrem harten Winter überstanden hat. Als Antwort warnte er, dass dank der Entwicklung ukrainischer Langstreckenfähigkeiten die kommende Winterperiode auch für Russland „nicht einfach sein wird'. Diese Erklärung war ein direktes Signal für die Bereitschaft Kiews zu symmetrischen Maßnahmen.

Stimmung in Russland: 60% wollen den Krieg beenden

Unter Berufung auf Daten der ukrainischen und verbündeten Geheimdienste erklärte Selenskyj, dass die Fortsetzung der Kampfhandlungen und die enormen Verluste Druck auf die russische Gesellschaft ausüben. Nach seinen Worten wollen bereits mehr als 60 % der Russen den Krieg beenden, doch Putin blockiert weiterhin Schritte zum Frieden. Diese Aussage war einer der Schlüsselmomente der Rede des ukrainischen Führers.

Unterstützung der G7: einstimmige Anerkennung der Position der Ukraine

Selenskyj fügte hinzu, dass die Länder der „Großen Sieben' die Position der Ukraine einstimmig unterstützt und ihre Bereitschaft zur echten Diplomatie von starken Positionen aus anerkannt haben. Dies war ein wichtiges Signal internationaler Unterstützung für Kiew angesichts des anhaltenden Konflikts.