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title: "Selenskyj lehnt Telefonat mit Putin ab: „Es gäbe wieder eine Geschichtsvorlesung“"
description: "Selenskyj hat auf einer Pressekonferenz in Berlin die Idee von Telefonverhandlungen mit Putin als „aussichtslos“ abgelehnt. Der Präsident betonte zudem die Notwendigkeit eines persönlichen Formats und eines Waffenstillstands als ersten Schritt zum Frieden."
date: 2026-11-03T15:54:08.842Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/selenskyj-lehnt-telefonat-mit-putin-ab
tags: [ukraine, zelensky, putin, peace-negotiations, berlin, abudhabi, ceasefire]
author: "Marina Sliwenko"
publisher: "XAB.info"
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# Selenskyj lehnt Telefonat mit Putin ab: „Es gäbe wieder eine Geschichtsvorlesung“

![Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht bei einer Pressekonferenz an einem Rednerpult in Berlin](https://xab.info/media/2026/11/03/zelenskyi-otvergl-ideyu-telefonnogo-razgovora-s-putinym/zelenskyi-otvergl-ideyu-telefonnogo-razgovora-s-putinym-1.webp)

## Kernpunkte

- Selenskyj lehnte auf einer Pressekonferenz in Berlin Telefonverhandlungen mit Putin ab und nannte sie „aussichtslos“ sowie eine „Geschichtsvorlesung“
- Der ukrainische Präsident erklärte, eine Einladung Putins nach Kyjiw oder Moskau sei „destruktiv“
- Selenskyj betonte, ein Waffenstillstand müsse der erste Schritt zur Beendigung des Krieges sein, gefolgt von persönlichen Treffen
- Die Äußerung fiel zeitgleich mit einem Streit über die Deutung des Telefongesprächs zwischen Stubb, Støre und Putin vom 27. Oktober: FT und Støre liefern unvereinbare Darstellungen
- Die Ukraine beabsichtigt, bei künftigen Verhandlungen in Abu Dhabi über Sicherheitsgarantien zu sprechen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat auf einer Pressekonferenz in Berlin die Möglichkeit von Telefonverhandlungen mit dem russischen Machthaber Wladimir Putin kategorisch abgelehnt und sie als „aussichtslos“ bezeichnet. Nach Angaben des Staatsoberhauptes würde sich ein solches Gespräch in „eine weitere Geschichtsvorlesung“ anstelle realer Schritte zur Beendigung des Krieges verwandeln. Die Äußerung fiel als Reaktion auf eine direkte Frage nach der Bereitschaft Kyjiws, Putin zu Friedensgesprächen einzuladen, die Selenskyj verneinte, berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf das Präsidialamt.

### Warum Kyjiw Putin weder nach Kyjiw noch nach Moskau einladen wird

Selenskyj begründete seine Haltung damit, dass Russland 2022 „ohne Einladung“ auf das Territorium der Ukraine gekommen sei und eine erneute Einladung keinen praktischen Sinn ergebe, da Moskau seiner Einschätzung nach ohnehin nicht erscheinen werde. „Jemanden einzuladen, damit er nicht kommt, ist destruktiv“, betonte der Präsident. Eine ähnliche Bewertung gab er der Initiative der russischen Seite, die ukrainische Delegation nach Moskau einzuladen, und nannte dies „einen Schlag ins Gesicht der ganzen Welt, die ein Ende des Krieges will“. Seiner Ansicht nach werde keine internationale Partei solche Reisen unterstützen.

### Das Telefonformat: „Ein Spiel, das wir durchschauen“

Auf die Frage nach der Möglichkeit, sich auf ein Telefongespräch zu beschränken, erklärte Selenskyj, Russland nutze dieses Format als Vorwand, um sich nie wieder persönlich zu treffen. „Das wird ein sehr offizielles, trockenes Telefongespräch sein, bei dem es wieder eine Geschichtsvorlesung von Putin geben wird, statt echter Schritte zur Beendigung des Krieges“, bemerkte er. Der Präsident betonte, zur Beendigung des Konflikts sei es notwendig, „sich zu treffen, zu verhandeln und zu beweisen, warum diese Seite im Unrecht ist, da sie der Angreifer ist“, wobei ein Waffenstillstand der erste Schritt sein müsse.

### Kontext: Streit um das Gespräch zwischen Stubb, Støre und Putin

Selenskyjs Äußerung erfolgte vor dem Hintergrund eines Telefongesprächs, das der finnische Präsident Alexander Stubb und der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre am 27. Oktober mit Putin geführt hatten. Eines der Hauptthemen war die Möglichkeit von Friedensverhandlungen. Laut Informationen der Financial Times, die sich auf drei Quellen stützen, widmete Putin den Großteil des Gesprächs „Vorlesungen über die mittelalterliche slawische Geschichte“. Støre wies diese Darstellung jedoch kategorisch zurück und erklärte, Putin habe darum gebeten, seine Sicht der Ereignisse von 2014 bis zur Gegenwart darlegen zu dürfen, und forderte die Journalisten auf, den Bericht zu korrigieren. Die FT erklärte ihrerseits, sie werde keine Änderungen am Artikel vornehmen.

### Aussichten für Gespräche in Abu Dhabi und Sicherheitsgarantien

Neben der Kritik am Telefonformat skizzierte Selenskyj die praktische Agenda zukünftiger Friedensgespräche, die seiner Aussage nach in Abu Dhabi stattfinden sollen. Als zentralen Punkt, den die Ukraine besprechen wolle, nannte er Sicherheitsgarantien. Der Präsident teilte zudem mit, Kyjiw habe sich zuvor mit dem Vorschlag an Moskau gewandt, die Waffenruhe nach der humanitären Mission in Oleschky zu verlängern und auszuweiten, als Antwort jedoch einen massiven Angriff auf das gesamte Gebiet der Ukraine erhalten.

## Die Angaben gehen auseinander

### Verlauf und Inhalt des Telefongesprächs zwischen Stubb, Støre und Putin am 27. Oktober

- **Financial Times:** Drei Quellen zufolge widmete Putin den Großteil des Gesprächs „Vorlesungen über die mittelalterliche slawische Geschichte“ anstatt über Frieden und Regulierungsfragen zu sprechen. ([rbc.ua](https://www.rbc.ua/ukr/news/znovu-bude-istorichna-lektsiya-zelenskiy-1793720860.html))
- **Jonas Gahr Støre (Ministerpräsident von Norwegen):** Putin habe gebeten, seine Sicht der Ereignisse von 2014 bis zur Gegenwart darlegen zu dürfen; Støre bestreitet die Auslegung des Gesprächs als „Vorlesungen über die mittelalterliche Geschichte“ und bittet die Journalisten, den Artikel zu korrigieren. ([rbc.ua](https://www.rbc.ua/ukr/news/znovu-bude-istorichna-lektsiya-zelenskiy-1793720860.html))

*Worin sie übereinstimmen:* Das Telefongespräch fand am 27. Oktober statt; eines der Themen waren Friedensverhandlungen zur Beendigung des Krieges gegen die Ukraine.

## Faktencheck und Quellen

- [Снова будет историческая лекция. Зеленский отреагировал на идею звонка Путину](https://www.rbc.ua/ukr/news/znovu-bude-istorichna-lektsiya-zelenskiy-1793720860.html) - Direkte Zitate Selenskyjs von der Berliner Pressekonferenz, übermittelt vom Präsidialamt. Der Kontext des Gesprächs zwischen Stubb/Støre und Putin am 27.10 sowie die Position der FT sind ebenfalls im Quelltext enthalten.

## Häufige Fragen

### Warum hat Selenskyj die Idee eines Telefongesprächs mit Putin abgelehnt?

Nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten würde Russland das Telefonformat als Auswand nutzen, um sich nie wieder persönlich zu treffen. Er erwartet ein „sehr offizielles, trockenes Gespräch“ mit einer „Geschichtsvorlesung“ anstelle konkreter Schritte zur Beendigung des Krieges.

### Ist Selenskyj bereit, Putin zu Verhandlungen nach Kyjiw einzuladen?

Nein. Selenskyj beantwortete diese Frage negativ und verwies darauf, dass Russland 2022 ohne Einladung gekommen sei und eine erneute Einladung seiner Ansicht nach nicht zur Anreise der Delegation führen und „destruktiv“ sein werde.

### Welches Verhandlungsformat hält Selenskyj für akzeptabel?

Der ukrainische Präsident besteht auf persönlichen Treffen, bei denen die Parteien „verhandeln und beweisen müssen, warum diese Seite im Unrecht ist“. Als ersten Schritt nennt er eine Waffenruhe.

### Was geschah mit dem Vorschlag der Ukraine, die Waffenruhe nach Oleschky zu verlängern?

Laut Selenskyj hatte sich die Ukraine mit dem Vorschlag an Russland gewandt, die Waffenruhe nach der humanitären Mission in Oleschky zu verlängern und auszuweiten, als Antwort jedoch einen massiven Angriff im ganzen Land erhalten.