Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab während einer jüngsten Pressekonferenz eine besorgniserregende Prognose bezüglich der Aktionen Russlands nach Abschluss der Präsidentschaftswahlen ab. Nach Ansicht des Staatsoberhauptes könnte der Kreml eine neue Mobilisierungswelle in die Wege leiten, um die enormen finanziellen Kosten zu vermeiden, die für die Unterhaltung von Vertragskräften notwendig wären.
Die wirtschaftliche Logik der Eskalation
Selenskyj betonte, dass die russischen Wahlen für Wladimir Putin zur „Markierungslinie“ werden. Nach diesem Ereignis wird der Diktator wahrscheinlich neue Schritte zur Eskalation des Konflikts unternehmen. Der Hauptfaktor, der die Wahl der Kriegsführungsmethoden beeinflusst, bleibt die Wirtschaft.
„Wir verstehen, dass dies eine Zunahme der Mobilisierung sein könnte. Das, was Sie sagten, ist einer der verständlichen Schritte, aber dafür muss man Geld bezahlen. Das heißt, er kann die Vertragsarbeit nicht erhöhen, weil man viel Geld zahlen muss. Daher könnte er eine Erhöhung der Mobilisierung dort vornehmen, wo keine solchen Verträge unterzeichnet werden müssen“, erläuterte der ukrainische Führer.
So könnte Moskau anstelle kostspieliger Verträge zur erzwungenen Einberufung zurückkehren, was es ermöglichen würde, die menschlichen Ressourcen ohne wesentliche Belastung des Haushalts zu erhalten.
Strategie der Vorbereitung und Gegenmaßnahmen
Kiew hat bereits begonnen, solche Risiken zu berechnen. Selenskyj erklärte, dass die Ukraine auf alle Entscheidungen des Kremls im Voraus vorbereitet sein muss. Neben der Mobilisierung bleiben Moskau andere Hebel zur Verschärfung der Situation an der Front, die Putin nutzen könnte, um Druck auf andere Länder auszuüben oder einen taktischen Vorteil zu erlangen.
Das Staatsoberhaupt sieht jedoch auch einen alternativen Szenarioverlauf. Er ist überzeugt, dass gerade aktive operative Aktionen der ukrainischen Verteidigungskräfte den Kreml an den Verhandlungstisch zwingen können. Um diesen Prozess zu beschleunigen, teilte Selenskyj seine Vision der Bedürfnisse der Ukraine mit den Führern der Europäischen Union und dem US-Präsidenten.
Diplomatischer Wandel und neue Allianzen
Parallel zu den militärischen Prognosen baut die Ukraine ihre diplomatische Strategie aktiv um. Eine umfassende Erneuerung des diplomatischen Korps ist erwartet: Mehrere Botschafter, darunter in den USA, werden ihre Posten nach Abschluss der laufenden Beratungen verlassen.
Im Bereich der Sicherheit setzt Kiew ebenfalls auf die Erweiterung der Partnerschaft. Die Ukraine und die EU nähern sich der Umsetzung der „Drone Deal“-Initiative, die die Grundlage für die gemeinsame Produktion nicht nur von Drohnen, sondern auch anderer Arten moderner Waffen bilden wird. Darüber hinaus bestätigte Selenskyj die Existenz geheimer Abkommen mit Ländern des Nahen Ostens, deren Details aus Sicherheitsgründen derzeit noch geheim bleiben.