Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einer Erklärung den entscheidenden Faktor benannt, der die Entscheidung der russischen Führung zum Ende der Kampfhandlungen beeinflussen könnte. Nach Ansicht des ukrainischen Staatschefs ist nur eine Bedrohung für Moskau selbst der einzige Hebel, der Wladimir Putin dazu zwingen könnte, die Aggression zu stoppen.

Der Mythos der „Liebe“ zur Krim

Der Staatschef kritisierte die Rhetorik des Kremls bezüglich der Krim scharf. Selenskyj betonte, dass alle Worte Putins über seine „zärtlichen Gefühle“ für die Halbinsel nicht der Realität entsprechen. Der ukrainische Präsident ist der Ansicht, dass der russische Führer die tatsächliche Lage auf der Krim und im Osten der Ukraine eigentlich gar nicht kennt.

„Nur die Insel Moskau, nicht die Krim, kann Putin zum Ende der Kampfhandlungen zwingen“, erklärte Selenskyj. Er fügte hinzu, dass die Informationen, mit denen Putin operiert, auf die Berichte seiner Offiziere beschränkt sind und nicht auf ein reales Verständnis der Lage basieren.

Der Bedarf an einer „Verkaufsoffensive“ für den Sieg

Wolodymyr Selenskyj analysierte zudem die Motivation der russischen Führung. Nach seinen Worten hat der Diktator einen dringenden Bedarf, Erfolge zu demonstrieren, um die innere Unterstützung zu festigen. Da es keine echten militärischen Erfolge an der Front gibt, versucht der Kreml, dies durch aggressive Erklärungen und Einschüchterung zu kompensieren.

„Er muss seiner Gesellschaft einen großen Sieg verkaufen. Es gibt keinen Sieg. Es wird keinen Sieg geben“, fasste der ukrainische Staatschef zusammen und wies auf die Kluft zwischen der propagandistischen Rhetorik und der tatsächlichen Lage hin.