Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einen Brief an den russischen Staatsführer Wladimir Putin gesendet, in dem er ein persönliches Treffen vorschlägt. Dies meldet RBC-Ukraine unter Berufung auf die Pressestelle des Präsidentenbüros der Ukraine. In dem Dokument legte der ukrainische Staatschef die Bedingungen dar, unter denen seiner Ansicht nach der militärische Konflikt ehrlich und würdevoll beendet werden kann.
Ein persönliches Treffen als Schlüssel zum Frieden
Selenskyj betonte, dass die Ukraine bereit sei, das Ende des Krieges direkt mit Russland zu erörtern, ohne Vermittler. „Die Ukraine schlägt vor, den Krieg im Format zwischen uns und Ihnen zu beenden. Ich schlage Ihnen ein Treffen vor', schrieb der Präsident. Er merkte an, dass es stets die Staatsführer seien, die die Schlüsselentscheidungen treffen.
Gleichzeitig erinnerte Selenskyj daran, dass russische Vertreter ihm zuvor angeboten hatten, nach Moskau zu kommen. Nach 26 Jahren habe der ukrainische Staatsführer jedoch nichts in der Hauptstadt Russlands zu suchen, genau wie der russische Staatsführer nichts in Kiew zu suchen habe. „Ich schlage vor, einen Treffpunkt festzulegen', fügte er hinzu.
Sicherheitsgarantien und die Rolle der USA
In seinem Brief wies Selenskyj auf die Notwendigkeit von Garantien hin, dass ein neuer Angriff nicht wiederholt wird. Außerdem machte er darauf aufmerksam, dass die USA derzeit ihre Hauptaufmerksamkeit auf die Situation im Iran richten, und es sei falsch, darauf zu warten, bis Washington sein Augenmerk wieder auf den Krieg in Europa richtet.
Der Präsident schlug vor, dass die Überwachung der Feuerpause von den Vereinigten Staaten gewährleistet werden sollte. Nach seinen Worten sei dies eine Standardpraxis, die durch die aktuellen Umstände rund um den Iran bestätigt werde.
Waffenstillstand und Gefangenenaustausch
Selenskyj erklärte, dass die Ukraine bereit sei, während der Verhandlungen das Feuer vollständig einzustellen. „Der Versuch, eine echte Stille herzustellen, ist der beste Start, um miteinander zu sprechen', schrieb er.
Zudem bestätigte der Präsident die Bereitschaft zu einem Gefangenenaustausch im Format „alle gegen alle'. Ein solcher Schritt könne seiner Meinung nach ein „guter Prolog' für die Beendigung des Krieges sein.
Reaktion Russlands
Zur Erinnerung: Im Mai hatte Wladimir Putin erklärt, dass Selenskyj, falls er sich treffen wolle, nach Moskau kommen müsse. Gleichzeitig sei der russische Staatsführer auch zu einem Treffen in einem Drittland bereit, jedoch nur, wenn endgültige Vereinbarungen über eine Friedenslösung erzielt worden seien.
Damit wurde Selenskyjs Angebot eines persönlichen Treffens sowie die Bedingungen für eine Feuerpause zu einer neuen Etappe im diplomatischen Dialog zwischen der Ukraine und Russland. Es bleibt abzuwarten, wie die russische Seite reagieren wird und welche weiteren Schritte in diese Richtung unternommen werden.