Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat auf die Aussage des russischen Staatschefs Wladimir Putin reagiert, wonach die Stadt Konstantinowka eingenommen worden sei. In seinem Telegram-Kanal schlug der ukrainische Staatschef vor, ein bilaterales Treffen genau in dieser Ortschaft abzuhalten, falls die russische Seite die Kontrolle über das Gebiet tatsächlich innehat.
Anlass für die Reaktion Kiews war eine Meldung des Kremls vom 3. Juli, in der behauptet wurde, russische Truppen hätten Konstantinowka in der Oblast Donezk unter Kontrolle gebracht. Die ukrainische Seite besteht jedoch darauf, dass diese Informationen nicht der Realität entsprechen.
Aufforderung zu einem Treffen in der „eroberten“ Stadt
Wolodymyr Selenskyj wies darauf hin, dass Putins Aussage am Vorabend des US-Unabhängigkeitstages erfolgte, was nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten wie ein Versuch wirkt, die internationale Gemeinschaft und den Weißen Haus-Chef Donald Trump über die tatsächliche Lage an der Front zu täuschen.
„Wenn Konstantinowka derzeit unter russischer Kontrolle steht, wird Putin wahrscheinlich kein Problem damit haben, dort mit mir zu treffen und diplomatische Lösungen zu finden, um den Krieg endlich zu beenden“, schrieb Selenskyj.
Der ukrainische Präsident betonte, dass die russische Führung die Frontlinie nicht überschreiten werde, um zu verhandeln, da die tatsächliche Lage vor Ort sich grundlegend von den offiziellen Erklärungen aus Moskau unterscheidet.
Lage an der Front: Fakten gegen Worte
Die Widerlegung der Kreml-Version wird durch Daten von der Front bestätigt. Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine erklärte offiziell, dass Konstantinowka unter der vollständigen Kontrolle der Verteidigungskräfte steht. Eine Eroberung der Stadt durch russische Truppen hat nicht stattgefunden.
Auch Überwachungsdaten untermauern diese Situation. Laut der DeepState-Karte, die Truppenbewegungen in Echtzeit verfolgt, befinden sich russische Einheiten zwar in der Nähe des Ortes, kontrollieren jedoch nicht dessen Territorium. Somit ist die Behauptung einer „Eroberung“ verfrüht und spiegelt die tatsächlichen Gegebenheiten nicht wider.