Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat während seines Besuchs in London vor dem britischen Premierminister Keir Starmer die Frage nach dem Schicksal der Mittel aus dem Verkauf des Fußballclubs Chelsea angesprochen. Der Staatsoberhaupt schlug vor, einen Teil dieses Geldes für den Kauf von Abwehrraketen zur Verteidigung der Ukraine zu verwenden.

«Warum nicht russisches Geld verwenden?»

In einem Interview mit der Zeitung Guardian nach den Verhandlungen erläuterte Selenskyj die Details des Gesprächs mit Starmer. Der Präsident betonte, dass die Kosten für moderne Raketenabwehrsysteme extrem hoch seien und die Mittel aus dem Verkauf des Clubs erheblich zur Beschaffung über das PURL-Programm beitragen könnten.

«Sie sind sehr teuer, und natürlich können diese Gelder helfen. Russland hat diesen Krieg begonnen – warum sollten wir russisches Geld nicht verwenden?», erklärte der ukrainische Führer.

In diesem Zusammenhang erinnerte sich Selenskyj auch an sein Treffen mit Roman Abramowitsch in Kiew im vergangenen Monat. Der Präsident scherzte, dass der Geschäftsmann das versprochene Geld nicht mitgebracht habe. «Er hat dieses Geld nicht mitgebracht. Ich sagte: Wir brauchen Ihr Geld», teilte Selenskyj mit.

Das Schicksal von 2,4 Milliarden Pfund

Die Situation mit den Finanzen aus dem Verkauf von Chelsea bleibt kompliziert. Die britische Regierung hat bereits 2,4 Milliarden Pfund für humanitäre Zwecke in der Ukraine reserviert, jedoch wurden die Mittel bisher nicht übergeben. Der Grund für die Verzögerung liegt in einem Streit zwischen den britischen Behörden und Roman Abramowitsch bezüglich der Bedingungen für die Verwendung dieses Geldes.

Abramowitsch hat seine Verpflichtungen nicht innerhalb der festgelegten Frist erfüllt. Britische Beamten gaben bekannt, dass sie versucht haben, sich mit dem Eigentümer des Clubs freiwillig zu einigen, aber da keine Einigung erzielt wurde, kündigten sie an, ihn vor Gericht zu ziehen. «Ich weiß, dass unsere diplomatischen Teams darüber sprechen. Das ist ein schwieriger Moment», übermittelte der ukrainische Präsident die Worte des Premierministers.

Risiken für die Kriegsgeschädigten

Die Frage, wie viel Geld tatsächlich bei den Ukrainern ankommt, bleibt offen. Zuvor wurde berichtet, dass die Kriegsgeschädigten weniger als die Hälfte der 3,09 Milliarden Dollar erhalten könnten, die aus dem Verkauf des Clubs erzielt wurden. Großbritannien hat Abramowitsch wiederholt mit einer Klage gedroht, falls er das Geld nicht freiwillig an die Ukraine überweist, und nun scheint dieser Prozess in die aktive Phase überzugehen.