Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Gipfels in der Türkei, auf dem Gespräche zwischen den Führern der Ukraine und der USA stattfinden sollen, hat Kiew eine zentrale Forderung an Washington formuliert. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte, dass das Hauptthema des Treffens die Lieferung von Patriot-Luftabwehrraketensystemen sein wird. Laut dem ukrainischen Staatschef besteht die Aufgabe darin, einen Mechanismus zu finden, um zusätzliche Raketen für diese Systeme so schnell wie möglich zu erhalten.

„Dringende Frage“ für die Verhandlungen

Wolodymyr Selenskyj hat die Prioritäten des bevorstehenden Dialogs nicht verborgen. Im Gespräch mit Journalisten betonte er, dass das Thema der Luftabwehr trotz eines breiten Spektrums von Themen, die mit dem US-Präsidenten besprochen werden müssen, kritisch bleibt. „Dies ist die wichtigste Frage, die wir besprechen werden. Für uns ist dies eine dringende Frage“, erklärte der ukrainische Staatschef.

Die Position Kiews wurde bereits zuvor geäußert. Bei einem Treffen mit dem Generalsekretär der NATO, Mark Rutte, hatte Selenskyj bereits die Notwendigkeit einer Erhöhung der Liefermengen von Patriot-Systemen betont. Jetzt wird diese Bitte in eine konkrete Anfrage an die US-Regierung umgewandelt, die persönlich auf den Verhandlungen vorgebracht werden soll.

Mangel an Raketen und die Haltung der Verbündeten

Die Aktualität des Themas wird durch die aktuelle Lage an der Front und die Reaktion der Partner der Ukraine bestätigt. Die Situation mit Munition zur Abfangung russischer Ballistik bleibt angespannt. Der Berater des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Serhij „Flash“ Beskrestnow, erklärte offen, dass die Streitkräfte der Ukraine derzeit faktisch keine Raketen zur Abwehr ballistischer Bedrohungen haben.

Der Experte erklärte die Situation damit, dass die Länder, die an Russland grenzen, die Bedrohung ebenfalls spüren und nicht eilig sind, ihre eigenen Vorräte zu teilen. Insbesondere wies Beskrestnow auf die Vorsicht Deutschlands hin. Es gibt jedoch auch Ausnahmen: Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hat bereits bestätigt, dass Warschau Raketen für Patriot an Kiew übergeben hat, um die Luftverteidigung zu stärken.

Gleichzeitig signalisieren andere Verbündete, dass ihre Verpflichtungen erschöpft sind. Das niederländische Verteidigungsministerium hat offiziell erklärt, dass Amsterdam keine Möglichkeiten für weitere direkte militärische Unterstützung mehr hat. Auf Fragen zu Raketen für Patriot verwies das Ministerium darauf, dass das Land bereits „seine Grenzen erreicht hat“.

Erwartungen an den Gipfel

Somit wird Selenskyj auf dem Gipfel in der Türkei eine Lösung für das Problem des Munitionsmangels suchen, indem er sich direkt an die USA wendet. Unter den Bedingungen, in denen europäische Partner entweder ihre Reserven bereits übergeben haben oder eine weitere Hilfe für unmöglich erklärt haben, bleibt Washington der Schlüsselakteur, der die Frage der Lieferung von Raketen zum Schutz des ukrainischen Himmels lösen kann.