Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte in einem Interview mit dem Fernsehsender Fox News die Hauptursache für die Verlängerung des Konflikts: das Fehlen des Willens der russischen Führung, einen Dialog zu führen. Nach Ansicht des ukrainischen Staatschefs sind sowohl die US-Regierung als auch die europäischen Partner darauf ausgerichtet, die Kampfhandlungen zu beenden, doch Wladimir Putin verweigert sogar die Diskussion eines vorübergehenden Waffenstillstands.

Das Problem liegt in der Verweigerung des Dialogs

Selenskyj betonte, dass Kiew täglich zu Verhandlungen aufruft, selbst wenn es sich nur um eine vorübergehende Feuerpause handelt, um Diplomaten die Möglichkeit zu geben, zu verhandeln. „Wir wollen diesen Krieg beenden. Präsident Trump will diesen Krieg beenden, und die Europäer wollen ihn beenden. Putin – nein. Wir bitten jeden Tag um Verhandlungen, zumindest über eine Feuerpause für einen bestimmten Zeitraum und um die Möglichkeit für Diplomaten, zu verhandeln. Aber Putin will das nicht. Das ist das Problem', erklärte der ukrainische Staatschef.

Genau diese Weigerung diktiert nach Ansicht von Selenskyj die Notwendigkeit einer harten Haltung und verstärkten Drucks. Die Ukraine hofft auf neue Sanktionsmaßnahmen, insbesondere auf die Umsetzung des Gesetzesentwurfs des verstorbenen Senators Lindsey Graham, der beispiellose Einschränkungen für Russland vorsieht.

Besuch in den USA und Aussichten für die Diplomatie

Selenskyjs Besuch in Washington, wo er sich mit Donald Trump traf, wurde zu einem entscheidenden Schritt in der Diskussion über die Zukunft des Friedensprozesses. Die Staats- und Regierungschefs diskutierten nicht nur Fragen der Sicherheit, einschließlich der Lizenzierung für die Produktion von Patriot-Lenkraketen auf ukrainischem Boden, sondern auch mögliche Szenarien zur Beilegung des Konflikts.

Laut RBC-Ukraine könnten in den kommenden Wochen Sonderbeauftragte von Donald Trump – Steve Witkoff und Jared Kushner – nach Kiew reisen. Das Hauptthema ihres Besuchs wird die Suche nach diplomatischen Wegen zur Beendigung des Krieges sein.

Graham-Sanktionen: Ein Schritt zum Frieden

In der Nacht nach dem Treffen mit Trump führte Selenskyj Gespräche mit US-Senatoren. Im Ergebnis der Diskussion stimmten die Gesetzgeber für einen prozeduralen Beschluss, der den Weg für die Prüfung des Pakets „Höllischer Sanktionen“ von Lindsey Graham gegen Russland ebnet. Selenskyj bezeichnete diesen Schritt als wichtigen Fortschritt auf dem Weg zum Frieden.

Es wird erwartet, dass der Senat versuchen wird, das Dokument vor den Sommerferien im August zu verabschieden. Die endgültige Entscheidung erfordert jedoch eine weitere Abstimmung im Repräsentantenhaus, das im September wieder mit der Arbeit beginnen wird.