Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Reihe wichtiger Telefonate mit den Staats- und Regierungschefs der USA und Frankreichs kommentiert. Nach seinen Worten könnte der Dialog mit Donald Trump und Emmanuel Macron einen Wendepunkt bei der Beilegung des Konflikts darstellen.

Koordination mit den G7-Führern

In einer Erklärung, die im Telegram-Kanal des Pressedienstes veröffentlicht wurde, bezeichnete Selenskyj die vergangenen Gespräche als „wichtige Koordinationsgespräche“. Er betonte, dass diese Gespräche eine Zusammenfassung der Verhandlungen darstellten, die auf dem Gipfel der „Großen Sieben“ (G7) stattgefunden hatten, der vom 15. bis 17. Juni in Évian-les-Bains abgehalten wurde.

„Ein wichtiges Koordinationsgespräch, das vieles verändern könnte“, schrieb der ukrainische Staatschef, ohne jedoch Details zu konkreten Schritten preiszugeben, die aus diesen Kontakten folgen könnten.

Position von Washington und Paris

Selenskyj bedankte sich ausdrücklich bei Donald Trump für das Interesse an der Lage in der Ukraine und die Bereitschaft, zur Herstellung des Friedens beizutragen. Der Staatsoberhaupt betonte, dass alle Parteien Anstrengungen unternehmen, um dieses Ziel zu erreichen.

Auch dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron wurden Worte der Dankbarkeit gewidmet. Selenskyj bedankte sich bei ihm für die Organisation des G7-Gipfels und die „unverändert fruchtbare Zusammenarbeit“.

„Wir arbeiten daran, die Ukraine, unsere Zusammenarbeit und die diplomatischen Perspektiven zu stärken. Frieden ist notwendig. Und wir tun alles, um den Frieden näher zu bringen“, fügte der ukrainische Präsident hinzu.

Treffen in Évian und die Frage der Lizenzen

Ein Schlüsselereignis des Gipfels war das persönliche Treffen von Selenskyj und Trump am 16. Juni. An den Verhandlungen nahmen auch der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats Rüstem Umerow und der US-Außenminister Marco Rubio teil, der dieses Amt mit den Aufgaben eines Beraters für nationale Sicherheit kombiniert.

Hauptthema der Diskussion war die Frage der Erlangung von Lizenzen für die Ukraine zur Herstellung von Anti-Ballistischen-Raketen. Der amerikanische Staatschef bezeichnete das Treffen als „sehr gut“ und erklärte öffentlich die Notwendigkeit eines Friedensabkommens durch Russland, wobei er auf die enormen Verluste beider Seiten während der Kampfhandlungen verwies.

Geopolitischer Kontext und Sanktionen

Trump deutete auch auf mögliche wirtschaftliche Folgen für Russland hin. Nach seinen Worten könnten die USA nach Abschluss eines Friedensabkommens mit dem Iran und der Freigabe der Straße von Hormus strenge Sanktionen gegen den russischen Ölexport wieder aufnehmen.

Die europäischen Länder nahmen auf dem Gipfel eine aktive Position ein und wurden zum „lokomotiven“ Treiber im Dialog mit Trump zur Ukraine-Frage. Die G7-Führer betonten den gemeinsamen Konsens in Europa und den USA: Russland werde keinen militärischen Sieg auf dem Schlachtfeld erringen können.

Geschichte der Kontakte und Perspektiven

Das letzte persönliche Treffen von Selenskyj und Trump fand im Januar 2026 in Davos statt. Damals dauerten die Verhandlungen etwa eine Stunde, woraufhin der amerikanische Staatschef erklärte, dass der Krieg ein Ende finden müsse. Seitdem haben sich die Präsidenten nicht persönlich getroffen, führten aber am 14. Juni ein Telefonat, in dem sie vereinbarten, die Diskussionen im Rahmen des G7-Gipfels fortzusetzen.

Zuvor waren die Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau unter Vermittlung Washingtons ausgesetzt worden, da sich die Aufmerksamkeit der USA auf den Konflikt mit dem Iran verlagert hatte. Nach Abschluss der aktiven Phase im Nahen Osten lenkte das Weiße Haus den Fokus erneut auf den russisch-ukrainischen Krieg.

Am 15. Juni erklärte Trump, dass er sich auf die Beilegung in der Ukraine konzentrieren werde. Er berichtete von „guten“ Telefonaten mit Selenskyj und Putin und stellte fest, dass beide Seiten offen für eine Beendigung des Krieges seien.

Verhandlungsprozess und Angebote Kiws

Nach dem Gespräch mit Trump bestätigte Selenskyj, dass die Parteien Fragen des Friedens und die Situation an der Front erörtert hätten. Der ukrainische Präsident erklärte, dass er eine Reihe von Ideen habe, die den Frieden näherbringen und Menschenleben retten könnten.

Gleichzeitig führte Trump ein Telefonat mit Wladimir Putin. Der Assistent des Kreml-Chefs, Juri Uschakow, behauptete, der amerikanische Staatschef habe seine Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, Einfluss auf Kiew und die europäischen Verbündeten auszuüben.

Zuvor hatte Selenskyj vorgeschlagen, ein persönliches Treffen mit Putin unter Beteiligung von Trump zu organisieren, da er der Ansicht war, dass ein solches Format eine Ablehnung Moskaus von Verhandlungen erschweren würde. Auch Kiew schlug vor, ein Treffen im Rahmen des G7-Gipfels mit den Führern der „Gruppe der Sieben“ abzuhalten, jedoch erfolgte keine klare Antwort aus Moskau. Der Kreml schlug dem ukrainischen Präsidenten vor, „nach Moskau zu kommen“.

Schon am 4. Juni hatte Selenskyj Putin einen Brief mit dem Vorschlag für ein persönliches Treffen zur Diskussion von Wegen zur Beilegung des Konflikts geschickt.