Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Bereitschaft Kiews zu jedem Format einer diplomatischen Beendigung des Konflikts bekräftigt, einschließlich direkter Verhandlungen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin. Dies teilte der Staatsoberhaupt auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem NATO-Generalsekretär Mark Rutte in Kiew mit.
Laut dem ukrainischen Führer wartet das Land auf die Ankunft einer Verhandlungsgruppe, doch der Prozess verzögert sich. Selenskyj stellte fest, dass die Ukraine derzeit nicht mehr die oberste Priorität für die Vereinigten Staaten darstellt.
Die Ukraine in der „Schlange der Konflikte“
Wolodymyr Selenskyj wies auf die Verschiebung der Aufmerksamkeit Washingtons auf andere geopolitische Brennpunkte hin. Nach seinen Worten ist die Situation rund um den Iran derzeit das Hauptthema für die USA, während die Ukraine in die Warteschlange gerutscht ist.
„Wir warten auf die Ankunft der Verhandlungsgruppe, aber meiner Meinung nach schon sehr lange. Leider stehen wir heute nicht im Fokus (der USA). Der Iran ist das Thema Nummer eins für die USA, und erst danach die Ukraine. Leider stellt sich heraus, dass wir in der Schlange dieser Kriege stehen“, betonte der Präsident.
Trotzdem ist Kiew der Ansicht, dass Washington über die gewichtigsten Hebel verfügt, um Russland zur Einstellung der Aggression zu zwingen. Der optimale Szenario für die Ukraine bleibt die Einbindung sowohl der amerikanischen Seite als auch der europäischen Partner in den Friedensprozess, damit die Interessen der EU am Verhandlungstisch berücksichtigt werden.
Bereitschaft zum Dialog auf Augenhöhe
Die oberste Priorität für Kiew bleibt die schnellste Beendigung der Kampfhandlungen. Selenskyj betonte, dass die Ukraine jedes Format unterstützen wird, das dem Frieden näherbringt, und nicht warten möchte, bis alle anderen Konflikte in der Welt beendet sind.
„Ich bin bereit für direkte Verhandlungen mit Putin, um diesen Krieg zu beenden, anstatt in der Schlange zu warten, bis alle Konflikte in der Welt beendet sind und es dann an uns kommt“, erklärte der Staatsoberhaupt.
Der Präsident fügte hinzu, dass die aktuelle Lage auf dem Schlachtfeld, einschließlich der erfolgreichen Angriffe der ukrainischen Streitkräfte tief in das russische Territorium, eine solide Grundlage für die Diplomatie schafft. Dies ermöglicht es der Ukraine, den Dialog zu führen und den Krieg „auf Augenhöhe mit den Russen in jedem Format“ zu beenden.
Das Problem der Luftabwehr und eine strenge Frist
Trotz diplomatischer Initiativen bleibt die Frage der Sicherstellung von Luftabwehrsystemen für die Ukraine kritisch. Zuvor hatte NATO-Generalsekretär Mark Rutte bestätigt, dass die Lieferung von PAC-2- und PAC-3-Abfangraketen aus den USA täglich und wöchentlich fortgesetzt wird. Die Verbündeten sind bereit, das PURL-Programm zu finanzieren, um die Stabilität der Lieferungen trotz des bestehenden Mangels zu gewährleisten.
Gleichzeitig strebt Kiew eine drastische Beschleunigung der Stärkung des Luftschirms an. Wolodymyr Selenskyj hat den zuständigen Beamten eine strenge Frist gesetzt, da die Umsetzung politischer Vereinbarungen über den Kauf neuer Patriot-Systeme verzögert wird.
Der Staatsoberhaupt betonte, dass alle finanziellen, rechtlichen und technischen Schritte für diesen Vertrag sofort ausgeführt werden müssen, und nannte dies eine Frage der persönlichen Verantwortung der beteiligten Beamten.