Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Notwendigkeit betont, die Führungskräfte des staatlichen Verteidigungskonzerns „Ukroboronprom' zur Verantwortung zu ziehen. Anlass für die harten Worte des Staatsoberhaupts waren die tragischen Folgen eines russischen Raketenangriffs auf ein Militärlager in der Stadt Wyschnewe in der Oblast Kiew.
Verantwortung für die Lagerung von Waffen
In seinem offiziellen Telegram-Kanal betonte der Präsident, dass die Strafverfolgungsbehörden bereits die Identität der Beamten ermittelt haben, die die Lagerung von Munition an einem ungeschützten Ort genehmigt haben. Laut Selenskyj waren es genau diese Beamten des Konzerns, die die Platzierung von Waffen an dem Objekt ermöglichten, das Ziel des Angriffs wurde.
„Es ist bekannt, wer und in welcher Position bei Ukroboronprom die Lagerung von Waffen dort zugelassen hat. Jeder von ihnen muss zur gerechten Verantwortung gezogen werden', erklärte das Staatsoberhaupt.
Selenskyj bestätigte, dass die Schuldigen für derartige Fahrlässigkeit mit Entlassungen und strafrechtlichen Ermittlungen rechnen müssen. Der Präsident stellte fest, dass der Angriff gezielt auf den Bestand des Verteidigungskonzerns abzielte, was die Folgen des Einschlags für die Zivilbevölkerung katastrophal machte.
Umfassende Überprüfung der Objekte
Um ein Wiederholten solcher Tragödien zu verhindern, hat Wolodymyr Selenskyj dem Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) und anderen Strafverfolgungsbehörden befohlen, eine umfassende Überprüfung ähnlicher Objekte im ganzen Land durchzuführen. Der Präsident fordert von den Leitern der Unternehmen vor Ort, die Sicherheit der Waffenlagerung zu garantieren.
„Die SBU zusammen mit anderen Ordnungshütern muss auch andere ähnliche Unternehmen überprüfen, und jeder Unternehmensleiter auf seiner Ebene muss garantieren, dass sich solche Tragödien nicht wiederholen', betonte Selenskyj.
Folgen des Angriffs in Wyschnewe
Zur Erinnerung: Der Vorfall ereignete sich in der Nacht zum 6. Juli, als russische Truppen einen Munitionszug angriffen. Durch den Einschlag kam es zu einer Sekundärexplosion, die massive Zerstörungen verursachte. Leidtragende waren nicht nur das Militärobjekt, sondern auch die zivile Infrastruktur der Stadt.
Neuesten Angaben zufolge wurden durch die Explosionen fast 300 Wohnhäuser beschädigt. Die Zahl der Todesopfer infolge der Tragödie stieg auf neun. Nach den ersten Berichten über den Angriff hatte der Präsident den Geheimdiensten bereits befohlen, alle Umstände des Geschehens dringend zu klären, was zu dem jetzigen Schlussfolgerung über die Fahrlässigkeit der Konzernleitung führte.