Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Vorfälle in Lwiw scharf verurteilt, bei denen eine Menschenmenge Mitarbeiter der territorialen Rekrutierungszentren (TZK) und Strafverfolgungsbehörden angegriffen hat. Der Staatschef bezeichnete das Geschehene als „sehr schlechte Geschichte“ und betonte, dass ein solches Verhalten gegenüber Militärangehörigen absolut inakzeptabel sei.
Reaktion der Staatsführung
Die Erklärung Selenskyjs erfolgte im Rahmen eines Gesprächs mit Journalisten. Der Präsident merkte an, dass ihm Innenminister Ihor Klymenko bereits Details zum Vorfall berichtet habe. In seinem Kommentar forderte der Staatschef die strikte Einhaltung des Gesetzes: „Das Innenministerium wird dies im Rahmen des geltenden Rechts untersuchen. Und das Verteidigungsministerium muss alles tun, was es versprochen hat“.
Chronologie der Ereignisse: Von der Blockade bis zum Umwerfen des Fahrzeugs
Der Konflikt entflammte am 8. Juli an der Prospekt Tschernwonoj Kalyny. An diesem Tag führten Mitarbeiter des Sykhower TZK gemeinsam mit der Polizei Maßnahmen zur Benachrichtigung der Bürger durch. Die Situation geriet außer Kontrolle, als eine aggressive Menschenmenge von etwa 200 Personen ein Dienstfahrzeug der Militärangehörigen umzingelte.
Die Aktionen der Protestierenden eskalierten zu Vandalismus: Das Fahrzeug wurde blockiert, beschädigt und schließlich umgeworfen. Die Konfrontation legte sich auch in der Nacht zum 9. Juli nicht. Als zusätzliche Polizeikräfte zur Lageberuhigung eintrafen, leisteten einige Teilnehmer der Unruhen aktiven Widerstand. Bei den Zusammenstößen erlitt der stellvertretende Leiter des Bezirkspolizeiamtes zahlreiche Kopfverletzungen.
Festnahme und strafrechtliche Verfolgung
Die Ermittlungsbehörden haben bereits einen der Beteiligten zur Verantwortung gezogen. Die Strafverfolger haben einen 23-jährigen Mann festgenommen, der an den Massenunruhen teilgenommen und einen Polizisten geschlagen hatte. Dem Täter werden Verdächtigungen gemäß zwei Artikeln des Strafgesetzbuchs der Ukraine vorgehalten. Aufgrund der Gesamtheit der Anklagepunkte droht ihm eine Freiheitsstrafe von bis zu 8 Jahren.
Die Nationale Polizei und der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) setzen die Ermittlungen fort, die in zwei separaten Strafverfahren laufen.