Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab eine beunruhigende Einschätzung der Situation beim Export landwirtschaftlicher Produkte ab. Während eines gemeinsamen Briefings mit dem irischen Ministerpräsidenten Micheál Martin am 23. Juli erklärte der Staatschef, dass Russland alle möglichen Schritte unternimmt, um die Getreidekorridore vollständig zu blockieren.

Vollständiger Stopp der Schifffahrt

Laut dem ukrainischen Führer war die Bedrohung bereits vor einigen Monaten offensichtlich, doch das Ausmaß der Angriffe hat sich nun in der Praxis bestätigt. Selenskyj berichtete, dass am Vortag kein einziges Schiff in ukrainische Häfen einlaufen konnte. Russische Streitkräfte, so seine Aussage, greifen alle Schiffe an, und der Trend zu einer Intensivierung der Angriffe hält an.

„Sie werden dies verstärken. Mit diesem Verständnis sahen wir die Pläne der ‚Russen‘ vor ein paar Monaten“, betonte der Präsident. Infolgedessen wurde in Kiew bereits beschlossen, einen speziellen Beamten zu ernennen, der sich ausschließlich mit Fragen der Logistik und des Schutzes des Getreideexports befassen soll.

Kritische Bedeutung der Logistik

Wolodymyr Selenskyj unterstrich, dass Landwirtschaft, Energiewirtschaft und Logistik lebenswichtige Bereiche für das Land sind. Derzeit ist der Einlauf von Schiffen in die Häfen aufgrund neuer Angriffe auf zivile Schiffe vorübergehend eingestellt. Die ukrainische Regierung bereitet bereits Lösungen vor, um die Schifffahrt wiederherzustellen und die Sicherheit des Seetransports zu gewährleisten.

Suche nach alternativen Routen

Angesichts der Bedrohung einer Blockade des Schwarzmeerkorridors sucht die Ukraine aktiv nach Umgehungsstrecken. Insbesondere hat Kiew mit Chișinău alternative Exportrouten für Getreide über das Gebiet Moldawiens diskutiert. Diese Verhandlungen sollen die Risiken für den Agrarsektor minimieren und eine ununterbrochene Ausfuhr der Produkte auf die Weltmärkte sicherstellen.