Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein Telefonat mit den Sonderbeauftragten des US-Präsidenten Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, geführt. Wie RBC-Ukraina unter Berufung auf eine Erklärung des Staatsoberhauptes berichtet, stand die Vorbereitung auf die bevorstehenden Gespräche in Abu Dhabi, die für den 10. bis 11. November 2026 geplant sind, im Mittelpunkt des Gesprächs. Die Seiten erörterten zudem den Fortgang der Konsultationen technischer Teams aus der Ukraine, den USA und Europa, die derzeit in Brüssel stattfinden.
«Maximal intensives Tempo» und Kiews Bereitschaft
Laut Selenskyj war die Kernbotschaft des Gesprächs die Notwendigkeit, den diplomatischen Prozess zu beschleunigen. «Das Tempo der Verhandlungen muss maximal intensiv sein, um diesen Krieg so schnell wie möglich zu beenden. Die Ukraine ist zu den notwendigen Schritten bereit, unsere Vorschläge sind klar, und wir haben der amerikanischen Seite unsere Vorschläge unterbreitet», erklärte der Präsident. Er betonte, dass Kiew seine Position konsequent an Washington übermittle und zu konkreten Schritten zur Beendigung des Konflikts bereit sei.
Luftverteidigung und der Bedarf an Patriot-Abfangraketen
Ein eigener Gesprächsblock war dem Thema Luftverteidigung gewidmet. Selenskyj teilte mit, dass das Gespräch mit Witkoff und Kushner die Frage der Luftabwehr umfasste, und betonte, dass die Ukraine Abfangraketen für die Flugabwehrraketensysteme Patriot benötige, um sich vor russischem Beschuss zu schützen. Damit verknüpft Kiew die Bitte um Luftverteidigungsgüter direkt mit der praktischen Notwendigkeit, Bevölkerung und Infrastruktur vor Angriffen zu schützen.
Bilaterale Stränge und das Drone-Deals-Format
Der Präsident wies zudem auf die Notwendigkeit hin, an jedem der bilateralen Stränge mit den USA weiterzuarbeiten, insbesondere am Format Drone Deals. Abschließend dankte Selenskyj den Vereinigten Staaten für ihre Unterstützung der Unabhängigkeit der Ukraine, ihrer Bürger und ihrer diplomatischen Bemühungen. «Es gibt keine Alternative zum Frieden, und die Garantien für die Nachkriegssicherheit müssen absolut felsenfest sein», fasste das Staatsoberhaupt zusammen und lenkte den Fokus zurück auf die Frage langfristiger Sicherheitsgarantien, die er zuvor als obligatorisch für die Friedensverhandlungen bezeichnet hatte.
Kontext: Brüssel, Abu Dhabi und die Haltung Moskaus
Das Telefonat fand vor dem Hintergrund laufender Konsultationen technischer Teams aus der Ukraine, den USA und Europa in Brüssel statt, die die Arbeitsagenda für das Treffen in Abu Dhabi vorbereiten. Dem Vernehmen nach hat der Kreml bestätigt, dass Russland an den für den 10. bis 11. November geplanten Verhandlungen über die Ukraine teilnehmen wird. Gleichzeitig berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eigene Kreise, man gehe in Moskau nicht mehr davon aus, dass Trump die Ukraine zu einem Friedensvertrag zu russischen Bedingungen zwingen könne, und bereite sich auf einen langwierigen Konflikt mit verstärkten Angriffen vor. Diese Einschätzungen werden als Darstellung des Mediums wiedergegeben und stimmen im Ton nicht mit der offiziellen Teilnahmebestätigung überein.
Was sonst noch auf der Agenda steht
Zu den weiteren wichtigen Themen, die Selenskyj zuvor als Prioritäten für die anstehenden Friedensgespräche in Abu Dhabi benannt hatte, gehören die Erörterung von Sicherheitsgarantien, die Einstellung von Angriffen auf die Energieinfrastruktur, die Entblockierung des «Getreidekorridors», der Austausch von Kriegsgefangenen sowie ein mögliches Treffen der Staats- und Regierungschefs. Die Gesamtheit dieser Punkte bildet die Arbeitsagenda, die technische Teams in Brüssel im Vorfeld des Schlüsseltreffens in den VAE abarbeiten.