In Sewastopol hat sich eine kritische Situation bezüglich der Aufrechterhaltung des Lebens entwickelt. Die Stadt steht vor massiven Stromausfällen und einem akuten Treibstoffmangel, was zum Stillstand eines Teils der Geschäfte, Märkte und des öffentlichen Verkehrs geführt hat. Einheimische berichten von einem starken Preisanstieg bei Lebensmitteln und der Unfähigkeit, grundlegende Dienstleistungen zu erhalten.
Laut dem Verlag „Agentstvo', der sich auf RBC-Ukraine bezieht, sind die logistischen Ketten in der Stadt faktisch zum Erliegen gekommen. Aufgrund des fehlenden Benzins an den Tankstellen können Verkäufer nicht zur Arbeit kommen, und die Warenlieferungen in die Stadt wurden eingestellt. Die Verbindung funktioniert instabil, und die Bewohner müssen zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit pendeln.
Wirtschaftlicher Zusammenbruch und Preisanstieg
Die Situation mit den Lebensmitteln bereitet besondere Besorgnis. Die Bewohner verzeichnen eine rapide Verteuerung der Nahrungsmittel. Insbesondere stieg der Preis für Kartoffeln auf den Märkten innerhalb einer Woche um das Dreifache: Wenn ein Kilogramm noch vor einer Woche 100 Rubel kostete, erreichte der Preis am 25. Juni 150 Rubel. Zuvor wurde Kartoffeln, so die Gesprächspartner, für 50 Rubel verkauft.
Obwohl einige Bewohner feststellen, dass Lebensmittel vorhanden sind, aber „nicht kritisch' teuer sind, berichten andere über leere Regale. Insbesondere in der Region Balaklava sind die Geschäfte aufgrund von Panikkäufen und fehlender neuer Lieferungen praktisch leer.
Auch Baumaterialien sind stark teurer geworden. Die Kosten für Baumischungen haben sich innerhalb eines Monats fast verdoppelt: von 400 Rubel pro Sack Ende Mai auf mehr als 700 Rubel Anfang Juni. Gleichzeitig ist die Lieferung von Materialien in die Stadt selbst zu diesen Preisen aufgrund des Treibstoffmangels unmöglich.
„Wir leben in Belagerung'
Viele Bewohner beschreiben die Lage in der Stadt als belagert. Der Stromausfall dauert tagelang an, was die Arbeit der Hälfte der Verkaufsstellen lähmt. Ein Gesprächspartner erklärte: „Es gab seit 24 Stunden keinen Strom, folglich funktioniert die Hälfte der Geschäfte nicht und auch die Märkte. Das Problem liegt nicht nur im Stromausfall – aufgrund des fehlenden Benzins an den Tankstellen können die Verkäufer nicht anreisen.'
Einige Geschäftsleute und Familien entscheiden sich, die Stadt für einige Wochen zu verlassen. „Wir haben beschlossen, das Geschäft zu schließen und aufs Land zu Freunden zu fahren – dort gibt es einen Fluss und einen Wald, zumindest wird es dort Süßwasser und Brennholz geben. So wird unser unangekündigter Urlaub für ein paar Wochen aussehen', teilte eine Bewohnerin mit.
Ursachen und Ausmaß des Problems
Am 25. Juni kam es in Sewastopol zu einem unangekündigten Stromausfall. Der sogenannte Gouverneur der Stadt, Michail Raswojajew, erklärte dies mit einer „Überlastung der Stromnetze außerhalb der Region'. Das Problem betrifft jedoch nicht nur die Hauptstadt der Halbinsel. Bewohner anderer Siedlungen im besetzten Krim beschweren sich über stundenlange Stromausfälle, nicht funktionierende Apotheken, Geschäfte und Geldautomaten.
Satellitenbilder des Unternehmens Planet Labs, aufgenommen am 24. Juni, zeigten riesige Ansammlungen von Fahrzeugen in Richtung der Krim-Brücke. Die Warteschlange der Fahrzeuge betrug etwa 10 Kilometer, was auf Versuche der Menschen hindeutet, die Halbinsel zu verlassen oder notwendige Ressourcen dorthin zu bringen.