Bei der Auktion von Gooding & Christie's in den USA wurde ein neuer absoluter Rekord für den amerikanischen Automobilbau aufgestellt. Der legendäre Shelby Cobra Daytona Coupe von 1964, einer von sechs Original-Exemplaren, die von Carroll Shelby gefertigt wurden, wechselte für 42,9 Millionen Dollar inklusive der obligatorischen Auktionshausprämie (Buyer's Premium) in neue Hände. Der Endpreis übertraf den bisherigen nationalen Rekord, der 2018 vom Duesenberg SSJ von 1935 für 22 Millionen Dollar erzielt worden war, nahezu um das Doppelte.

Rekord bei der Auktion von Gooding & Christie's

Vor Beginn der Auktion wurde das einzigartige Modell auf mehr als 25 Millionen Dollar geschätzt, doch das Interesse von Sammlern und Investoren an klassischen Sportwagen trieb den Preis nahezu auf das Doppelte der Prognose. Im Moment des Zuschlags wurde auf der Anzeigetafel des Auktionssaals ein Hammerpreis von 39.000.000 Dollar verzeichnet, was umgerechnet 28,47 Millionen Pfund Sterling, 33,54 Millionen Euro und 31,59 Millionen Schweizer Franken entsprach. Genau diese Zahl ist während der Zeremonie auf der großen Leinwand zu sehen, während in der offiziellen Statistik der Weltrekorde der vollständige Transaktionsbetrag von 42,9 Millionen Dollar angegeben wird.

Widersprüchliche Angaben

In öffentlichen Berichten und auf Fotos von der Auktion werden zwei unterschiedliche Beträge genannt: 39.000.000 Dollar auf der Anzeigetafel und 42,9 Millionen Dollar in den Nachrichtenzusammenfassungen. Die Diskrepanz ist kein Fehler, sondern spiegelt die übliche Praxis der Auktionshäuser wider. Der Hammerpreis (39 Millionen) ist der Betrag, zu dem das Los im Moment des Zuschlags verkauft wurde. Der Endbetrag (42,9 Millionen) umfasst das Buyer's Premium – die Provision des Auktionshauses, die der Käufer zusätzlich zum Lospreis zahlt. Beide Zahlen sind in ihrem jeweiligen Kontext korrekt: In der offiziellen Rekordstatistik wird der vollständige Betrag von 42,9 Millionen Dollar angegeben, während die Anzeigetafel nur den Hammerpreis festhält.

Ingenieurlägenende: Duell mit Ferrari

Der Shelby Cobra Daytona Coupe wurde mit einem konkreten Ziel entwickelt – dem amerikanischen Automobilbau eine Chance auf gleichwertigen Wettbewerb mit der italienischen Ferrari 250 GTO zu geben, die in den späten 1960er-Jahren in der GT-Klasse als nahezu unbesiegbar galt. Das Modell wurde auf der Basis des britischen Roadsters AC Ace gebaut und mit einem leistungsstarken V8-Motor sowie einem völlig neuen aerodynamischen Karosseriekörper ausgestattet, der für hohe Geschwindigkeiten auf langen Distanzen optimiert war. Genau diese Kombination aus britischer Basis, amerikanischem Motor und aerodynamischer Optimierung machte den Daytona Coupe zu einem der technologisch fortschrittlichsten Sportwagen seiner Zeit.

Seltenheit und Rennhistorie

Weltweit wurden lediglich sechs originale Daytona-Coupe-Exemplare hergestellt, was jeden von ihnen zu einem Objekt von außergewöhnlichem Sammlerwert macht. Das auf der Auktion verkaufte Exemplar verfügt über eine authentische Rennbiografie: Es nahm persönlich am berühmten „24-Stunden-Rennen von Le Mans' und an den legendären Ausdauerrennen auf der Nürburgring-Strecke teil. Eine solche Besitz- und Teilnahmehistorie bei Top-Veranstaltungen verstärkt die Preisbegründung vielfach, da der Markt für Sammlerfahrzeuge nicht nur für Seltenheit, sondern auch für die dokumentierte Sportkarriere des Fahrzeugs zahlt.

Kontext des Rekords im amerikanischen Automobilbau

Der bisherige Rekord für amerikanische Automobile bestand seit 2018, als der Duesenberg SSJ von 1935 für 22 Millionen Dollar den Zuschlag erhielt. Die doppelte Überschreitung dieser Marke unterstreicht, wie stark sich der Markt für klassische und Rennfahrzeuge in den letzten Jahren entwickelt hat. Experten führen den Rekord auf mehrere Faktoren zurück: die limitierte Serie von sechs Fahrzeugen, die direkte historische Verbindung zum Duell gegen die Ferrari 250 GTO und die bestätigte Teilnahme an Le Mans. Damit hat sich der Shelby Cobra Daytona Coupe nicht nur verteuert – er hat sich als Maßstab des amerikanischen Sportwagenbaus etabliert, für den Sammler bereit sind, Rekordsummen zu zahlen.