Das Unternehmen Shield AI, das auf die Entwicklung autonomer Systeme für die US-Armee spezialisiert ist, hat einen Durchbruch in der Militärrobotik angekündigt. Die proprietäre Künstliche Intelligenz (KI) Hivemind hat erstmals eigenständig den koordinierten Flug von Drohnen mit völlig unterschiedlicher Architektur gesteuert und so einen einheitlichen 'intelligenten' Kampfschwarm gebildet.

Technologie für Bedingungen vollständiger Isolation

Der Hauptwert des Systems Hivemind liegt in seiner Fähigkeit, als ein Bord-'virtueller Pilot' unter den schwierigsten Bedingungen zu arbeiten. Die KI wurde speziell für Missionen in Zonen entwickelt, in denen GPS vollständig blockiert ist und aktive Störungen der Kommunikation stattfinden (EW-Bedingungen).

Das System wartet nicht auf Befehle vom Operator. Es trifft Entscheidungen in Echtzeit, indem es Daten von eigenen Sensoren, vorab geladene Missionsparameter und das Verhalten anderer Luftfahrzeuge in der Gruppe analysiert.

Tests in Oklahoma: Die Begegnung zweier Welten

Während der jüngsten Tests in Oklahoma steuerte die KI eine Einheit aus zwei grundlegend verschiedenen Drohnen:

  • V-BAT (von Shield AI) — ein Gerät mit vertikalem Start und Landung (VTOL). Es wird aus einem speziellen Röhrenbehälter gestartet, ohne dass eine Startbahn oder Katapult benötigt wird, und kann stundenlang über dem Ziel kreisen.
  • Hornet (von Destinus Defence) — schnelle und wendige Angriffsdrohnen aus schweizerisch-spanischer Produktion, die für schnelle Schläge in gefährlichem Luftraum konzipiert wurden.

Die Rolle als Luftknotenpunkt

Während des Tests erfüllten die Drohnen klar zugewiesene Rollen. Die große Drohne V-BAT stieg in die Höhe und fungierte nicht als Aufklärer, sondern als Luftknotenpunkt. Sie schuf um sich herum ein stabiles 'Mesh-Netzwerk' (Zellnetz), das die Bodenkontrollstation und die schnellen Hornet-Drohnen verband.

Dank dessen konnte die KI an Bord des V-BAT, selbst wenn die Simulation feindlicher elektronischer Kriegsführung versuchte, das direkte Signal vom Boden zu den Hornet-Sturzkampfflugzeugen zu stören, aktualisierte Kampfaufgaben und Koordinaten sofort an andere Drohnen im Funkbereich weiterleiten.

Autonome Entscheidungsfindung

Vor dem Start wurde dem System nur ein allgemeiner Missionsplan geladen. Doch bereits während des Flugs erhielt die Hivemind-KI dynamische Eingangsdaten. Sie berechnete Flugbahnen eigenständig neu, änderte die Kurse der Flugzeuge und verteilte Ziele zwischen den Drohnen direkt in der Luft ohne jegliches menschliches Eingreifen.

Der moderne militärische Arsenalbestand eines Landes besteht normalerweise aus einer Sammlung von Ausrüstung verschiedener Hersteller, bei der Software und Funkgeräte oft inkompatibel sind. Die Tests in Oklahoma bewiesen, dass die Hivemind-KI effektiv auch Drohnen steuern kann, für die sie ursprünglich nicht entwickelt wurde.

Das Ende des Zeitalters 'ein Operator – eine Drohne'

Die Entwickler fassen zusammen: 'Wenn sich diese Technologie zum Massenstandard entwickelt, wird das klassische Verhältnis 'ein Operator – eine Drohne' für immer verschwinden. Ein Soldat kann einem ganzen Flotten autonomer Maschinen Aufgaben erteilen, und das KI-Ökosystem wird selbst entscheiden, wie der Befehl im feurigen Himmel ausgeführt wird'.