Am 13. Juni 2026 fand in Kiew auf einer überdachten Futsal-Halle das siebte Turnier zu Ehren von Alexander Hrynyk statt – eines Asof-Kriegers mit dem Spitznamen „Gryan'. Die Veranstaltung war nicht nur ein sportlicher Wettkampf, sondern ein lebendiges Gedenken an den Mut eines Mannes, der in einem kritischen Moment den Schutz seines Landes der persönlichen Sicherheit vorzog.

Ein Turnier, das fünf Teams vereinte

Am Wettbewerb nahmen fünf Teams teil, von denen jedes mit Respekt vor dem Gedenken an den Helden auf das Feld kam. Die Spiele waren von einer angespannten Konkurrenz geprägt, doch die Atmosphäre blieb kameradschaftlich und fair. Laut Organisatoren und Zuschauern war dies ein „sehr ausgeglichenes Turnier mit einem vorgetragenen fairen Fußball'.

Die Führung in der Tabelle teilten sich zwei Teams – „Nyka' und „Ultras „Dynamo'». Beide sammelten die gleiche Anzahl an Punkten, und der Sieger wurde erst anhand zusätzlicher Kriterien ermittelt. Am Ende sicherte sich das Team „Nyka' den Gedenkpokal für Alexander Hrynyk.

Erinnerung, bewahrt durch Sport

Nach dem Finalspiel trafen sich die Teilnehmer zu einem Abendessen in einer Kneipe, wo sie nicht nur an „Gryan' erinnerten, sondern auch an andere gefallene Krieger. Für viele war dies eine Möglichkeit, ihre Trauer auszudrücken, Geschichten zu teilen und sich in schwierigen Zeiten gegenseitig zu unterstützen.

Alexander Hrynyk wurde in Kiew geboren, besuchte das Gymnasium Nr. 32 „Uspech' und absolvierte später die Fakultät für Internationale Wirtschaft und Management der Kiwer Nationalen Wirtschaftsuniversität Vadym Hetman. Er liebte aktive Freizeitgestaltung: Berge, Reisen, Kajakfahren, Skateboarden. Er war Fan des FC Dynamo und reiste sogar durch die Dschungel Mexikos, ohne die lokale Sprache zu sprechen.

Der Weg vom Studenten zum Helden

Auf dem Maidan war Alexander von den ersten Tagen an dabei. Bereits 2014 wollte er zum Krieg ziehen, doch seine Angehörigen überredeten ihn, sein Studium abzuschließen. 2016 absolvierte er einen Grundausbildungskurs für Soldaten und trat dem Regiment „Asow' der Nationalgarde der Ukraine bei.

„Sascha träumte nie davon, Soldat zu werden. Aber es geschah so, dass er, wie viele andere bewusste junge Menschen, sein Land verteidigen musste', erinnert sich seine Mutter Olga.

Anfang 2022 trat Alexander aus, um ein ziviles Leben zu führen und ein Buch über den Krieg zu schreiben. Er reiste in die Karpaten, um seine Gedanken zu sammeln. Doch als der großangelegte Krieg begann, sagte er: „Es scheint, als hätte ich für mich selbst schon gelebt'. Für sich selbst lebte er 22 Tage.

Operation „Himmel' und die letzte Heldentat

Am 24. Februar 2022, am ersten Tag des Krieges, befand sich Alexander in Kiew. Nachdem er seine Eltern ins Ausland geschickt hatte, ging er erneut, um die Ukraine zu verteidigen. Er nahm an der Befreiung von Butschatscha, Irpin und Hostomel teil. Die ganze Zeit strebte er danach, nach Mariupol zu gelangen – um seinen Brüdern im Kampf zu helfen.

Am 27. März nahm er an einer geheimen Operation des Hauptnachrichtendienstes (HUR) teil – er flog mit einem Hubschrauber in das bereits eingeschlossene Mariupol. Seine Eltern wussten nichts davon. Sie dachten, er bleibe in der Oblast Kiew.

„Als das HUR die geheime Operation „Himmel' organisierte, war dies für ihn genau der Moment, auf den er gewartet hatte. Sascha flog mit einem Hubschrauber in das besetzte Mariupol, um seinen Brüdern im Kampf zu helfen. Ich denke, das charakterisiert ihn als Person am meisten', berichtete Olga.

Während des Durchbruchs wurde Alexander verwundet, lehnte aber die Evakuierung ab und übergab seinen Platz einem Zivilisten. Er verteidigte Mariupol Schulter an Schulter mit seinen Brüdern bis zum letzten Atemzug.

Ein Traum, der Realität wurde

„Saschas größter Traum im Leben war es, den Everest zu bezwingen. Bereits auf der Asowstal schrieb er: „Ich habe einen Traum – den Everest. Es wäre toll, den höchsten Punkt der Erde zu bezwingen! Aber ich verstehe – jetzt ist mein Everest hier – auf der „Asowstal'', teilte seine Mutter mit.

Der 28-jährige Oberstabsunteroffizier Alexander Hrynyk fiel am 8. Mai 2022 während der Verteidigung der Fabrik „Asowstal'. Er verbrannte in einem Bunker infolge eines Einschlags einer feindlichen Phosphorbombe. Die Angehörigen erfuhren von seinem Tod erst einige Tage nach dem tragischen Ereignis aus sozialen Medien.

Warum dieses Turnier wichtig ist

Das siebte Gedenktourier für „Gryan' ist nicht nur ein Sportereignis. Es ist eine Möglichkeit, die Erinnerung an einen Helden zu bewahren, Menschen zu vereinen, die an Fairness, Mut und Opferbereitschaft glauben. Und vielleicht neue Generationen inspirieren, ebenso mutig zu sein wie Alexander Hrynyk.