In Washington wurde offiziell auf die Ergebnisse der Parlamentswahlen in Armenien reagiert. Der US-Außenminister Marco Rubio gratulierte dem amtierenden Premierminister Nikol Paschinjan in einer Mitteilung auf dem sozialen Netzwerk X zu seinem deutlichen Sieg. In seiner Erklärung betonte der hochrangige US-Diplomat, dass die Vereinigten Staaten bereit sind, die enge Zusammenarbeit mit der armenischen Regierung fortzusetzen, um Frieden in der Region zu erreichen.

Neue Ausrichtung: Das TRIPP-Projekt unter US-Aufsicht

Ein Schlüsselelement der zukünftigen Partnerschaft, das Rubio ankündigte, ist die Förderung der Ziele des historischen Gipfels für den Frieden in Washington. Im Fokus der Administration von Präsident Donald Trump steht ein Großinfrastrukturprojekt – „Trump-Route für internationalen Frieden und Wohlstand“ (TRIPP).

Dieses Projekt ist im Wesentlichen eine neue Iteration des zuvor diskutierten „Zangezur-Korridors“, wird jedoch nun unter direkter Leitung und Schirmherrschaft der Vereinigten Staaten umgesetzt. Das strategische Ziel des Korridors ist die Schaffung einer durchgehenden Verkehrsader, die das eigentliche Staatsgebiet Aserbaidschans mit seinem Exklave Nachitschewan und weiter mit der Türkei über das armenische Territorium verbindet.

Umsetzungsbedingungen: Souveränität und US-Rechte

Wichtig sind die rechtlichen und administrativen Bedingungen, unter denen dieser Korridor funktionieren wird. Laut den angekündigten Plänen bleibt das Gebiet, durch das die Strecke führt, souveränes armenisches Territorium. Zoll- und Grenzkontrollen werden ausschließlich von armenischen Behörden in strikter Übereinstimmung mit dem lokalen Recht durchgeführt.

Das Management der Infrastruktur und ihre weitere Entwicklung werden jedoch von einer speziellen, den USA unterstellten Gesellschaft übernommen. Zur Umsetzung der ehrgeizigen Pläne erhielt Washington besondere Rechte zur Entwicklung dieser Zone für einen Zeitraum von 99 Jahren. Marco Rubio äußerte die Zuversicht, dass die gemeinsame Arbeit nicht nur Stabilität und Wohlstand im Südkaukasus, sondern auch darüber hinaus gewährleisten wird.

Politischer Kontext und externer Druck

Die Glückwünsche der USA kamen vor dem Hintergrund des Endes einer angespannten Wahlkampagne in Armenien. Die Partei von Nikol Paschinjan errang einen deutlichen Vorsprung vor ihren Konkurrenten, obwohl die Opposition die Wahlergebnisse offiziell nicht anerkannt hat.

Die Wahlen fanden unter erheblichem externem Druck statt. Wie RBC-Ukraine zuvor analysiert hatte, startete der Kreml vor der Abstimmung eine hybride Kampagne gegen Jerewan. Die Maßnahmen umfassten ein Importverbot für armenischen Konjak und Gemüse sowie die Androhung einer dreifachen Erhöhung der Gaspreise. Trotz dieser Herausforderungen konnte die Regierung Paschinjans die Macht behalten und erhält nun Unterstützung von der neuen US-Administration.