Der polnische Außenminister Radosław Sikorski hat eine sensationelle Aussage über die Vorbereitung neuer großangelegter Provokationen Russlands gegen europäische Länder gemacht. Nach Angaben des Diplomaten ist die Offenlegung dieser Pläne ein strategischer Schritt des Westens, um die aggressiven Aktionen des Kremls einzudämmen.
Der hybride Krieg hat bereits begonnen
Sikorski betonte, dass die westlichen Geheimdienste über verlässliche Informationen zu neuen Plänen Moskaus verfügen. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass Russland bereits einen aktiven hybriden und kinetischen Krieg gegen Polen und Frankreich führt. Zu den feindseligen Aktionen gehören:
- Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen;
- Versuche von Brandstiftung und Sabotage an Eisenbahnstrecken;
- Angriffe mit Drohnen auf Ziele in Europa;
- Nutzung einer Schattenflotte zur Kartierung wichtiger strategischer Objekte.
Der polnische Minister widmete besondere Aufmerksamkeit der physischen Sicherheit. Er erklärte, dass Russland sogenannte „Todeskommandos' entsendet, um Gegner des russischen Führers Wladimir Putin zu liquidieren.
Taktik der öffentlichen Warnung
Das Ziel der öffentlichen Enthüllung der Informationen erklärte Sikorski einfach: Moskau davon abhalten, Provokationen umzusetzen. „Heute müssen Sie uns vertrauen... wir haben verlässliche Informationen darüber, dass die Russen wieder etwas planen', betonte der Leiter des polnischen Außenministeriums.
Der Diplomat erinnerte an den Präzedenzfall vor Beginn der Invasion in der Ukraine. Damals zwangen öffentliche Warnungen der US-Geheimdienste vor Operationen unter „fremder Flagge' den Kreml, von einem Teil der geplanten Provokationen abzusehen.
Reaktion aus Paris und Brüssel
Die Position Warschaus wurde vom französischen Außenminister Jean-Noël Barrot unterstützt. Er bestätigte, dass sein Land zusammen mit Polen bereits seit vier Jahren im Fokus Russlands im hybriden Bereich steht. Barrot verband die Aktivierung des Kremls mit den Misserfolgen an der Front in der Ukraine: „Je mehr Schwierigkeiten Putin an der Front hat und je größer die Gefahr für ihn ist, desto mehr Provokationen generiert er'.
Der französische Beamte forderte die europäischen Staaten auf, ruhig zu bleiben, gleichzeitig aber den Druck auf Russland zu erhöhen und die ununterbrochene militärische und finanzielle Hilfe für Kiew fortzusetzen.
Gefahren für den Baltikum und die NATO
Die Lage in der Region bleibt angespannt. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hatte zuvor erklärt, dass Warschau sich intensiv auf verschiedene Szenarien vorbereitet, gestützt auf Geheimdienstinformationen befreundeter Staaten. Nach seiner Einschätzung könnte die kritische Phase für die Sicherheit der Region, insbesondere für die baltischen Staaten, bereits in den nächsten Monaten eintreten.
Auch in den Vereinigten Staaten wurde vor möglichen bewaffneten Provokationen gegen Polen gewarnt, die durch Drohnenangriffe oder ein lokales Bodeneingreifen umgesetzt werden könnten. Der lettische Präsident Edgars Rinkēvičs schloss eine Eskalation seitens der RF gegen Mitglieder des Bündnisses nicht aus und betonte die Wichtigkeit einer entschlossenen Antwort der NATO im Falle einer echten Gefahr.