Der südkoreanische Technologieriese SK hynix, einer der weltweiten Marktführer in der Herstellung von DRAM und Datenspeicherlösungen, hat eine grundlegende Überarbeitung seiner Expansionspläne angekündigt. Das Unternehmen prognostiziert, dass es bis zum Jahr 2034 seine gesamten Produktionskapazitäten für Siliziumwafer verdreifachen wird. Dieses Ereignis wird zehn Jahre früher eintreten als ursprünglich geplant.
Massiver Sprung in Yeongam
Gegenwärtig laufen in der Stadt Yeongam (Südkorea) die Bauarbeiten an vier großen Halbleiterfabriken auf Hochtouren. Die Fertigstellung der ersten Phase dieses ehrgeizigen Projekts ist für Anfang 2027 geplant. Der Vorsitzende von SK Group, Chey Tae-won, bestätigte, dass der Bauplan erheblich beschleunigt wurde. Während das Unternehmen ursprünglich plante, die Schaffung neuer Kapazitäten für die DRAM- und Speichermodulproduktion bis 2045 abzuschließen, wurde dieser Termin nun auf das Jahr 2034 vorgezogen.
Ambitionen gegenüber Realität
In einem Interview mit Nikkei Asia erläuterte Chey Tae-won die Details der Unternehmensstrategie. Er merkte an, dass bei der Umsetzung des Plans zur maximalen Produktionsausweitung die Waferkapazitäten bereits innerhalb der nächsten fünf Jahre verdoppelt werden. Allerdings, so seine Aussage, wird nach der Inbetriebnahme aller geplanten Anlagen das Gesamtvolumen der Kapazitäten erst bis 2034 verdreifacht werden.
Trotz des Optimismus machte der Chef von SK Group deutlich, dass selbst diese Tempo für den Markt möglicherweise nicht ausreichen wird. „Derzeit besteht keine Möglichkeit, schneller vorzugehen. Die Leute sagen bereits, dass selbst das nicht ausreichen wird', erklärte er.
Speichermangel und Goldchips
Die beschleunigten Baufristen und Prognosen zur Angebotssteigerung reichen nicht aus, um den unmittelbaren Druck auf den Markt zu lindern. Die Nachfrage seitens von Rechenzentren für künstliche Intelligenz und Hyperscaler bleibt enorm. Es wird erwartet, dass der Mangel an DRAM-Speicher und Hochleistungsspeicher HBM mindestens bis 2030 anhalten wird. Infolgedessen sind viele Unternehmen gezwungen, Vorauszahlungen zu leisten und mehrjährige Verträge zur Reservierung von Chips abzuschließen.
Die Situation wird dadurch verschärft, dass der Mangel die Preise auf neue Rekordhöhen treibt. Experten prognostizieren, dass die Kosten für bestimmte DRAM- und HBM-Speicherchips im Jahr 2026 ihren Goldwert übersteigen werden. Der Markt reagiert bereits auf diese Erwartungen: Die Preise für Consumer-DRAM zeigen ein rasantes Wachstum. Beispielsweise stieg der Preis für einen Corsair DDR5-RAM-Satz mit 32 GB auf Amazon in den letzten drei Monaten von 370 auf 440 Dollar, was einer Steigerung von 19 % entspricht.
Das Rennen der Hersteller
In den kommenden Jahren wird die Anzahl der Speicherfabriken weltweit unvermeidlich zunehmen. An diesem Rennen beteiligen sich alle wichtigen Akteure der Branche: Samsung, SK hynix und Micron erweitern aktiv ihre Produktionslinien, um die beispiellose Nachfrage nach Datenspeichertechnologien zu befriedigen.