In der Spieleindustrie entbrennt ein neuer Skandal, der sich um einen Klassiker des Shooter-Genres dreht. Microsoft und Activision haben beschlossen, die geografische Verbreitung ihrer kultigen Titel zu erweitern, doch die Folgen dieses Schritts erwiesen sich für die treue Xbox-Fanbasis als unerwartet und schmerzhaft. Das Studio Treyarch hat offiziell angekündigt, dass Call of Duty: Black Ops (2010) und Call of Duty: Black Ops 2 (2012) bereits im Juli vollwertige Ports für PlayStation-Konsolen erhalten werden.

Nativer Start versus Cloud-Streaming

Für Besitzer von Sony-Konsolen ist dies eine längst überfällige Nachricht. Bisher verfügten moderne PS4- und PS5-Modelle nicht über eine hardwaremäßige Kompatibilität mit PS3-Spielscheiben, und der einzige Weg, diese Meisterwerke zu spielen, bestand im Cloud-Streaming im Rahmen des PlayStation Plus Premium-Abonnements. Diese Lösung litt häufig unter Verzögerungen und einer instabilen Verbindung.

Jetzt ändert sich die Situation. Für die Erstellung der nativen modernen Versionen ist das erfahrene Team von Iron Galaxy Studios verantwortlich. Die Ports werden an das bestehende Servernetzwerk angeschlossen, was PlayStation-Nutzern einen vollständigen direkten Zugriff auf den Multiplayer- und Zombie-Modus garantiert, ohne Cloud-Vermittler.

Enttäuschung der Xbox-Besitzer

Die positiven Emotionen der PlayStation-Fans wurden von einer Welle der Empörung in der Microsoft-Community abgelöst. Das Paradoxon der Situation besteht darin, dass beide Teile von Black Ops dank des Rückwärtskompatibilitätsprogramms bereits seit 2016 auf den Konsolen Xbox One und Xbox Series X/S verfügbar sind. In den vergangenen Jahren hat Microsoft jedoch keine Schritte unternommen, um das Spielerlebnis seiner Kunden zu verbessern.

Die Situation wird dadurch verschärft, dass Besitzer der konkurrierenden Plattform eine Version des Spiels mit verbesserten Spezifikationen erhalten, während Xbox-Nutzer bei veralteten Versionen bleiben müssen. Die Hauptvorwürfe der Nutzer gegen den aktuellen Zustand der Spiele auf Microsoft-Konsolen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Veraltetes Auflösungsvermögen: Auf den Flaggschiff-Konsolen Xbox Series X laufen die Spiele immer noch in der Basisauflösung von 720p, was das Bild verschwommen macht und den Möglichkeiten der modernen Hardware nicht gerecht wird.
  • Das Problem der Cheater: Die Server beider Teile auf Xbox und PC erhalten seit Jahren nicht die gebührende Aufmerksamkeit, weshalb der Multiplayer vollständig von Hackern übernommen wurde.
  • Fehlen im Game Pass: Obwohl Microsoft Activision Blizzard vor fast drei Jahren übernommen hat, wurden diese alten Spiele immer noch nicht in die Bibliothek des Abonnements aufgenommen. Nutzer müssen sie separat kaufen und für die Story-Erweiterungen (DLC) den vollen Preis zahlen.

Reaktion der Community und Konsequenzen

Das Publikum hält seine Emotionen in den sozialen Medien nicht zurück. „Microsoft und Xbox hassen ihre Kunden wirklich. Ja, die Xbox 360-Version existiert. Aber die Spiele sind auf 720p begrenzt und wimmeln nur so von Hackern. Jahre sind seit der Fusion mit Activision vergangen, und sie sind immer noch nicht im Game Pass, und man muss die DLCs sogar separat kaufen. Was für ein Wahnsinn', schreibt einer der Fans.

Bisher haben weder Microsoft noch Treyarch technische Patches oder Grafik-Updates für Xbox und PC angekündigt, die die Qualität des Spiels mit den zukünftigen nativen Ports für PlayStation gleichziehen könnten. Die Situation, in der Besitzer der Konsolen eines Konkurrenten bessere Spielbedingungen von den internen Studios von Xbox erhalten, untergräbt erheblich den Ruf der Marke und stellt die Effizienz des Asset-Managements nach dem großen Kauf von Activision Blizzard in Frage.