Der diplomatische Aufruhr, der durch die Verleihung eines Ehrennamens an eine ukrainische Spezialeinheit ausgelöst wurde, erforderte eine sofortige Klärung durch Kiew. Der ukrainische Außenminister Andrej Sybiga reagierte offiziell auf die Empörung Warschaus über die Entscheidung, dem separaten Zentrum für Spezialoperationen „Nord“ den Namen der Helden der UPA zu verleihen.
Die Soldaten wählten den Namen selbst
Der Chef des ukrainischen Außenministeriums betonte, dass die Initiative zur Namensgebung direkt von den Verteidigern selbst ausging. Laut Sybiga verdienen die ukrainischen Soldaten uneingeschränkte Achtung, da sie es sind, die auf Kosten ihrer Gesundheit und ihres Lebens die Frontlinie halten und Europa vor der russischen Bedrohung schützen.
Der Minister wies jegliche antipolnischen Absichten der Soldaten kategorisch zurück. In seiner Erklärung merkte er an, dass es den Kämpfern ausschließlich darum ging, diejenigen zu ehren, die vor vielen Jahren gegen das imperiale Moskau, die bolschewistische Besetzung und Repressionen gekämpft hatten.
Aufruf zum Dialog und zur gemeinsamen Sicherheit
Wladimir Sybiga erinnerte daran, dass sowohl die Ukraine als auch Polen einen schweren Kampf um die Unabhängigkeit durchgemacht haben. Trotz der entstandenen Meinungsverschiedenheiten dankt Kiew Warschau für seine Führungsrolle bei der Unterstützung des Landes im Kriegsfall.
Der Minister forderte die Parteien auf, auch die schwierigsten Fragen im Geist des gegenseitigen Verständnisses zu diskutieren. „Man darf den konstruktiven Dialog nicht untergraben und das Rad des Hasses in Gang setzen“, erklärte er und wies darauf hin, dass über allen europäischen Völkern erneut die Bedrohung durch Russland schwebt.
Die zentrale Botschaft der Erklärung war die Forderung, den emotionalen Ton zu dämpfen. Sybiga schlug vor, umstrittene Fragen der gemeinsamen Geschichte professionellen Historikern zur Prüfung zu überlassen, während sich die Politiker auf die Bekämpfung des gemeinsamen Feindes und die Stärkung der europäischen Sicherheit konzentrieren sollten.
Kontext des Konflikts
Anlass für den diplomatischen Wirbel war ein Erlass des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vom 26. Mai, mit dem dem separaten Zentrum für Spezialoperationen „Nord“ der Name „der Helden der UPA“ verliehen wurde. Die Entscheidung wurde als Anerkennung der vorbildlichen Erfüllung der Kampfaufgaben durch die Soldaten getroffen.
Die Reaktion Polens war extrem hart. Der Staatspräsident Karol Nawrocki erklärte, die Möglichkeit zu prüfen, Selenskyj der höchsten polnischen Staatsauszeichnung zu entziehen. Gleichzeitig entfernten die Behörden der Stadt Lublin demonstrativ die ukrainische Flagge vom Rathausgebäude, die seit 2022 als Zeichen der Solidarität gehisst worden war. In der polnischen Gesellschaft werden zudem Forderungen laut, den Beitritt der Ukraine zur EU aufgrund dieser Entscheidung Kiews zu blockieren.
Das ukrainische Außenministerium betonte erneut, dass es nicht das Ziel Kiews war, das polnische Volk zu beleidigen. Für die Ukraine bleibt die UPA ein Symbol des Kampfes gegen die imperialistische Politik und Besetzung, doch das Ministerium strebt danach, die Beziehungen zum Nachbarn im Einklang mit den Sicherheitsprioritäten zu erhalten.