Die Slowakei plant, auf dem bevorstehenden NATO-Gipfel in Ankara eine harte Haltung einzunehmen. Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico erklärte seine Absicht, die weitere finanzielle und militärische Unterstützung der Ukraine zu blockieren. Nach seinen Worten wird Bratislava nicht an neuen Kriegsanleihen oder finanziellen Beiträgen zugunsten Kiews teilnehmen.

Anweisungen für die Delegation: Verzicht auf neue Verpflichtungen

Robert Fico bestätigte, dass nächste Woche ein Treffen auf höchster verfassungsrechtlicher Ebene mit Verteidigungsminister Robert Kaliňák stattfinden wird. Das Hauptziel dieser Verhandlungen ist die Ausarbeitung klarer Anweisungen für die slowakische Delegation. Die Aufgabe ist eindeutig formuliert: Die Delegation soll zum Gipfel reisen, ohne ein Mandat zu haben, das die Slowakei zu neuen Militärausgaben verpflichtet.

„Sie wissen, was passieren könnte? Ein Drohne könnte absichtlich oder unabsichtlich hierher fliegen, auf ein Mehrfamilienhaus stürzen, es könnte Tote oder Verletzte geben, und wir könnten den Dritten Weltkrieg erleben. Deshalb sage ich im Namen der Slowakei: Keine Unterstützung für den Krieg, die Slowakei wird die Militärausgaben der Ukraine nicht bezahlen', erklärte der Regierungschef.

Gleichzeitig fügte Fico hinzu, dass er keine Befugnisse hat, anderen Staaten des Bündnisses zu hindern, wenn sie weiterhin auf den Krieg vorbereitet sein wollen.

Kontext des Gipfels in Ankara

Der NATO-Gipfel, der am 7. und 8. Juli in der türkischen Hauptstadt stattfindet, wird zur zentralen Plattform für die Diskussion der Strategie des Bündnisses. Die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer werden ihre Verpflichtung zur kollektiven Verteidigung bekräftigen und Milliarden von Dollar für den Kauf neuer Waffen und die Erweiterung der Produktionskapazitäten ankündigen.

Im Entwurf der Schluss Erklärung plant das Bündnis, Russland erneut als langfristige Bedrohung zu bezeichnen. Geplant ist auch eine Stärkung der Investitionen in Luftabwehrsysteme, Drohnen und Langstreckenraketen. Die Position der Slowakei steht somit im direkten Konflikt mit den Hauptplänen des Bündnisses.

Wirtschaftliche Gründe und diplomatische Linie

Die kritische Haltung von Robert Fico gegenüber der Unterstützung Kiews entstand nicht aus dem Nichts. Ende Juni erklärte er, dass der zerstörerische Krieg keine militärische Lösung hat und nur am Verhandlungstisch beendet werden kann. Zu diesem Zeitpunkt forderte der Ministerpräsident die Europäische Union auf, sich ausschließlich auf friedliche Initiativen zu konzentrieren und die diplomatischen Bemühungen zu intensivieren.

Ein wichtiger Faktor, der die Position Bratislavs beeinflusst, ist die innere wirtschaftliche Lage. Anfang Juni kündigte Fico an, mit der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, die Frage der Entschädigung für Waffen zu erörtern, die die Slowakei zuvor übergeben hatte. Laut dem Ministerpräsidenten leidet das Land unter einem akuten Mangel an finanziellen Ressourcen, da die Mittel, die für andere Zwecke vorgesehen waren, zur Unterstützung des Nachbarstaates verwendet wurden.