Moderne soziale Netzwerke sind zu einer der größten Datenquellen für das Training generativer Künstlicher Intelligenz geworden. Beiträge, Fotos, Kommentare, Chats und sogar Interaktionen mit Bots werden standardmäßig in die Trainingsdatensätze großer Technologieunternehmen einbezogen, während die Möglichkeit, diese Verarbeitung vollständig abzulehnen, weder allen Nutzern noch in allen Regionen zur Verfügung steht. Die Redaktion von XAB.info hat sich auf Grundlage eines Beitrags von RBC-Ukraine und Lifehacker angesehen, welche Daten genau verwendet werden, wo in den Einstellungen deren Übertragung deaktiviert werden kann und warum nach Ansicht von Analysten private Accounts oder deren vollständige Löschung nach wie vor der zuverlässigste Schutz sind.

Wie soziale Netzwerke Ihre Daten für das KI-Training verwenden

Meta bezieht Nachrichten, Fotos, Kommentare und andere Formen der Nutzerinteraktion in das Training eigener Modelle ein. Die professionelle Vernetzungsplattform LinkedIn verwendet standardmäßig Nachrichten, Kommentare, Profildaten und Lebensläufe. Die Muttergesellschaft von TikTok – ByteDance – nutzt ebenfalls veröffentlichte Inhalte zum Training von Algorithmen. Google wiederum verwendet auf YouTube hochgeladene Videos, um Videogenerierungsmodelle zu trainieren. Somit bauen praktisch alle großen Dienste in irgendeiner Form ihre KI-Modelle auf Nutzerinhalten auf, selbst wenn der Nutzer sich dessen nicht bewusst ist.

Wo Sie das KI-Training mit Ihren Daten deaktivieren können

Die meisten Plattformen verfügen über einen eigenen Schalter in den Datenschutz-Einstellungen. Bei LinkedIn lautet der Pfad: „Einstellungen und Datenschutz“ → „Datenschutz“ → „Daten zur Verbesserung generativer KI“, wo der entsprechende Schalter deaktiviert werden muss. Bei X kann die Datenübertragung über „Einstellungen“ → „Datenschutz und Sicherheit“ → „Datenaustausch und Personalisierung“ → „Grok und Drittanbieter“ deaktiviert werden. Auf YouTube steht Content-Erstellern in der „Creator Studio“ der Abschnitt „Einstellungen“ → „Kanal“ → „Erweiterte Einstellungen“ zur Verfügung, der jedoch nur das Training von Modellen durch Drittanbieter verbietet. Bei TikTok funktioniert der Widerspruch anders: Es muss ein spezielles Widerspruchsfeld wegen Datenschutzverletzung auf der Support-Seite ausgefüllt werden.

Widersprüchliche Daten

Hier gibt es erhebliche Widersprüche zwischen den offiziellen Aussagen der Plattformen und dem tatsächlichen Datenfluss. So behauptet X offiziell, eigene Modelle nicht auf Nutzerbeiträgen zu trainieren, doch aufgrund der Offenheit des dezentralen Protokolls können öffentliche Daten von Drittanbietern geparst werden, und öffentliche Nachrichten sowie Interaktionen mit dem Bot Grok werden tatsächlich zum Training der xAI-Modelle verwendet. Damit ist der formale Verzicht der Plattform auf das Training nicht gleichbedeutend mit dem Schutz der Nutzerdaten. Eine ähnliche Einschränkung gilt für Meta: Die Option, die Verwendung von Daten für KI vollständig abzulehnen, gilt vorwiegend für EU-Bürger aufgrund der europäischen Rechtsvorschriften, während Nutzern in anderen Regionen in der Regel nur die Einreichung einer Beschwerde möglich ist, wenn ihre personenbezogenen Daten in den Antworten der KI entdeckt werden. Die „rote Taste“ des Verzugs existiert also nicht für alle und nicht überall.

Was Analysten empfehlen

Experten betonen, dass aufgrund des Standardmodells „standardmäßig sammeln“ die Einstellung einzelner Schalter keine vollständige Garantie bietet. Als zuverlässigste Schutzmaßnahmen nennen Analysten das Überführen von Accounts in den privaten Modus oder deren vollständige Löschung, da die meisten Dienste Daten automatisch sammeln. Für Nutzer, denen Datenschutz grundsätzlich wichtig ist, bedeutet dies, dass der Schutz vor KI-Training nicht durch eine einzelne Einstellung, sondern durch ein Bündel von Maßnahmen gelöst wird: von der Einschränkung der Öffentlichkeit bis hin zur Kontrolle darüber, welche Dienste genau auf Inhalte zugreifen.