Das Büro des Militärombudsmans der Ukraine hat einen Mechanismus entwickelt, der es Soldatinnen und Soldaten, die ihren Pass verloren oder beschädigt haben, ermöglicht, finanzielle Unterstützung von den Organen der lokalen Selbstverwaltung bei der Entrichtung der Verwaltungsgebühr für die Wiederherstellung des Dokuments zu erhalten. Dies berichtete die Agentur RBC-Ukraine unter Berufung auf Vertreter des Büros des Militärombudsmans. Die Initiative zielt darauf ab, ein systemisches Problem zu lösen, mit dem Tausende von Verteidigern konfrontiert sind, die unter Kampfbedingungen ohne ihr Hauptidentitätsdokument dastanden.
Problem bei Besuchen von Militäreinheiten festgestellt
Nach Angaben des Büros des Militärombudsmans wurde das Problem bei regelmäßigen Besuchen von Vertretern der Behörde in Militäreinheiten und Ausbildungszentren offensichtlich. Bei diesen Reisen stellten die Mitarbeiter des Ombudsmanns Fälle fest, in denen Militärangehörige keine Pässe bei sich hatten. Ein Teil von ihnen hatte die Dokumente direkt im Kampfgebiet verloren, andere waren bereits ohne gültigen Ausweis in den Ausbildungszentren eingetroffen. Infolgedessen geraten solche Soldaten in eine schwierige Lage: Ohne Pass ist es unmöglich, Bankkonten zu nutzen, eine Bankkarte neu auszustellen oder ein neues Konto zu eröffnen. Dies wiederum schafft reale Hindernisse für den Erhalt von Geldbezügen, was die finanziellen Grundgarantien der Militärangehörigen beeinträchtigt.
Warum eine vollständige Befreiung von der Gebühr nicht gelang
Das Büro des Militärombudsmans versuchte, eine vollständige Befreiung der Verteidiger von der Verwaltungsgebühr für die Passwiederherstellung zu erreichen. Dafür sind jedoch entsprechende Gesetzesänderungen erforderlich, die zum aktuellen Zeitpunkt nicht verabschiedet wurden. In diesem Zusammenhang schlug die Behörde einen alternativen Mechanismus vor: Die Organe der lokalen Selbstverwaltung können die Verwaltungsgebühr anstelle des Soldaten entrichten. Dieser Ansatz erfordert keine Änderung des Regelwerks und kann im Rahmen der bestehenden Befugnisse der Gemeinden umgesetzt werden.
Unterstützung auf Ebene des Präsidenten und der Regierung
Der Vorschlag des Büros des Militärombudsmans erhielt Unterstützung vom Präsidialamt der Ukraine. Darüber hinaus sprach das Ministerkabinett eine Empfehlung aus, wonach die regionalen Militäradministrationen gemeinsam mit den Gemeinden jenen Militärangehörigen Hilfe leisten sollen, die nicht in der Lage sind, die Dienstleistung zur Passwiederherstellung selbst zu bezahlen. Somit erhält der Mechanismus eine institutionelle Untermauerung auf mehreren Ebenen der öffentlichen Verwaltung.
Wie ein Soldat Hilfe erhalten kann: Ein Schritt-für-Schritt-Algorithmus
Um Unterstützung zu erhalten, muss sich ein Soldat an das Organ der lokalen Selbstverwaltung seiner Gemeinde wenden. Aktuelle Kontaktdaten sind auf der offiziellen Website des jeweiligen Organs veröffentlicht. In einer schriftlichen oder mündlichen Anfrage sollte angegeben werden, dass der Pass verloren gegangen oder beschädigt ist, und Unterstützung bei der Bezahlung der Verwaltungsgebühr für dessen Wiederherstellung beantragt werden. Nach Prüfung des Antrags kann die Gemeinde die Mittel direkt auf das Abrechnungskonto des Bürgerbüros (ASC) oder der Unterabteilung des Staatlichen Migrationsdienstes überweisen, bei der das neue Dokument ausgestellt wird.
Standardverfahren zur Passwiederherstellung
Die Erinnerung an das grundlegende Verfahren zur Wiederherstellung eines verloren gegangenen Passes bleibt aktuell: Hierfür muss man sich an den Staatlichen Migrationsdienst, ein Bürgerbüro oder einen Passservice wenden und einen Antrag auf Verlust des Dokuments zusammen mit den erforderlichen Belegen einreichen. Wenn der Pass gestohlen wurde, ist zusätzlich ein Auszug aus dem Einheitsregister für Voruntersuchungen erforderlich. Die Standardfrist für die Prüfung des Antrags und die Ausstellung eines neuen Dokuments beträgt bis zu 20 Kalendertage. Genau in dieser Phase fällt die Verwaltungsgebühr an, deren Bezahlung nun von der Gemeinde übernommen werden kann.