In der Ukraine wird eine umfassende Reform der finanziellen Versorgung der Streitkräfte vorbereitet. Im Rahmen der Änderungen könnte die Mindestauszahlung für Soldaten von den aktuellen 20.000 auf mehr als 30.000 Hrywnja steigen. Dieses Thema stand im Mittelpunkt der Sitzung des Haushaltsausschusses der Werchowna Rada am 8. Juni.
Woher kommt das Geld?
Der Volksabgeordnete der Partei „Golos“, Jaroslaw Sjelesnjak, teilte in seinem Telegram-Kanal mit, dass Vertreter des Verteidigungsministeriums einen Mangel an finanziellen Ressourcen für eine sofortige Erhöhung der Zahlungen anerkannt haben. Dennoch ist geplant, die Reform aus den vorhandenen Mitteln des Ministeriumshaushalts zu finanzieren. Nach Abschluss der Diskussion werden entsprechende Vorschläge an die Regierung übermittelt.
Laut dem Abgeordneten könnte die endgültige Entscheidung über die Erhöhung der Mindestversorgung in naher Zukunft getroffen werden.
Neues Zahlungssystem
Derzeit beträgt die Mindestversorgung der Streitkräfte 20.000 Hrywnja. Dieser Betrag umfasst das Grundgehalt, das Gehalt nach militärischem Rang und die Zulage für Dienstjahre. Solche Zahlungen erhalten unter anderem Rekruten, die gerade in die Reihen der Streitkräfte der Ukraine eingetreten sind.
Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor erklärt, dass die Zahlungen nach der Reform selbst für Soldaten im Hinterland nicht unter 30.000 Hrywnja liegen dürfen. Dies gilt sowohl für Mobilisierte als auch für Vertragsangehörige.
Für Soldaten, die Kampfaufgaben erfüllen, sollte das Niveau der Zahlungen deutlich höher sein. Besonderes Augenmerk soll auf Infanteristen gelegt werden. Laut dem Staatsoberhaupt sollen für diese spezielle Verträge mit Zahlungen zwischen 250.000 und 400.000 Hrywnja eingeführt werden, abhängig von der Erfüllung der Kampfaufgaben.
Zeitplan und Details der Reform
Die Volksabgeordnete Olga Wasyljewska-Smagljuk prognostiziert, dass das Parlament die Frage der Erhöhung der Mindestversorgung bereits diese Woche erörtern könnte.
Zur Erinnerung: Der ukrainische Präsident und Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj, hatten den Start einer umfassenden Reform des Militärdienstes bereits im Juni 2026 angekündigt. Zu den Schlüsselbereichen der Änderungen gehören ein neues System der finanziellen Versorgung, spezielle Verträge für die Infanterie und die schrittweise Entlassung bestimmter Kategorien von Soldaten, die seit 2022 dienen.
Ende Mai präsentierte Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow den Volksabgeordneten ein Konzept für Änderungen, das ebenfalls eine Erhöhung der Grundversorgung von 20.000 auf 30.000 Hrywnja vorsieht.
Laut Quellen des RBC-Ukraine in der Werchowna Rada könnten Soldaten an der Front bis zu 400.000 Hrywnja erhalten. Dafür ist geplant, zusätzliche Zahlungen in Höhe von 20.000 bis 40.000 Hrywnja pro Tag der Erfüllung von Kampfaufgaben je nach deren Schwierigkeitsgrad einzuführen.
Darüber hinaus entwickelt das Verteidigungsministerium ein neues Vertragssystem mit klar definierten Dienstzeiten, das sowohl für neue Soldaten als auch für diejenigen, die bereits im Dienst stehen, verfügbar sein wird.