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title: "Söldner an Bord: Wie die Söldnergruppe „Wagner“ und Veteranen des Krieges in der Ukraine den russischen Schattenflotte bewachen"
description: "Eine internationale Untersuchung hat enthüllt, dass seit dem Frühjahr 2025 Söldner ohne Seefahrtdokumente an Bord der russischen Schattenflotte dienen. 🚢🔫 Journalisten haben 83 Personen mit Kampferfahrung in der Ukraine und Syrien identifiziert, darunter Mitarbeiter der Söldnergruppe „Wagner“, deren Aufgabe es ist, die Öllieferung um jeden Preis zu garantieren. 🛢️🌍"
date: 2026-06-09T10:02:00.000Z
lang: de
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publisher: "XAB.info"
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# Söldner an Bord: Wie die Söldnergruppe „Wagner“ und Veteranen des Krieges in der Ukraine den russischen Schattenflotte bewachen

![Tanker DEYNA auf offener See, symbolisiert Russlands Schattenflotte, bewacht von Söldnern der PMC Wagner und SVO-Veteranen.](https://xab.info/media/2026/06/09/naemniki-na-bortu-kak-chv-vagner-i-veterany-so-okhranyayut-tenevoy-flot-rossii/naemniki-na-bortu-kak-chv-vagner-i-veterany-so-okhranyayut-tenevoy-flot-rossii-1.webp)

Die russische Schattenflotte, die dazu dient, die westlichen Ölsanktionen zu umgehen, hat ihre Sicherheitsstruktur radikal verändert. Im Frühjahr 2025 begannen sich an Bord von Tankern Personen zu zeigen, die keine Seefahrtdokumente besitzen, aber Kampferfahrung gegen die Ukraine haben. Dies belegt eine umfassende internationale Untersuchung, die von einem Konsortium aus 13 Medien, darunter das Zentrum „Dossye“, durchgeführt und von RBC-Ukraine veröffentlicht wurde.

### Umfang der Untersuchung: 325.000 Datensätze

Die Journalisten führten eine detaillierte Datenanalyse durch, die den Zeitraum von Januar 2023 bis Mitte April 2026 abdeckt. Im Rahmen der Überprüfung wurden die Besatzungslisten von mehr als zweitausend Schiffen untersucht, die unter US- und EU-Sanktionen fielen und in die Liste des Hauptnachrichtendienstes der Ukraine (HUR) aufgenommen wurden.

Insgesamt bearbeiteten die Forscher etwa 325.000 Datensätze, die sich auf fast 16.000 Fahrten beziehen. Diese Daten enthalten detaillierte Informationen: Nachnamen, Geburtsdaten, Passnummern sowie Dienstgrade und Qualifikationen der Besatzungsmitglieder. Genau dieser Informationsbestand ermöglichte es, Anomalien im Personalplan der russischen Tanker aufzudecken.

### 83 Personen ohne Seefahrervergangenheit

Unter den Tausenden rechtmäßigen Seeleuten stellten die Forscher eine Gruppe von 83 Personen heraus. Sie verbindet ein kritischer Faktor: das Fehlen von Seefahrtdokumenten. Diese Personen haben weder einen Seemannspass, noch ein Diplom oder irgendeine maritime Qualifikation.

Trotzdem tauchen diese Personen in den Besatzungslisten von 65 verschiedenen Tankern auf. Insgesamt werden ihre Namen 306 Mal erwähnt. In 32 Fällen ist ihre Funktion an Bord offiziell als „Sicherheitswache“ ausgewiesen. Im Wesentlichen handelt es sich um Söldner, die in die Struktur der zivilen Schifffahrt integriert wurden.

### Verbindung zu Söldnergruppen und Kampferfahrung

Die Identitäten dieser Personen wurden mithilfe von Datenlecks und internen Dokumenten der Gruppe „Wagner“ überprüft. Die Untersuchung ergab, dass mindestens 28 Personen dieser Gruppe bei privaten Militärunternehmen dienten.

Zudem deuten die Daten darauf hin, dass weitere 48 der 83 identifizierten Personen wahrscheinlich Kampferfahrung haben, die sie in den letzten Jahren in Syrien gesammelt haben. Eine der Schlüsselfiguren, die von den Journalisten aufgedeckt wurden, ist Dmitri Sawizki. Er ist bekannt dafür, dass er seit 2014 im Osten der Ukraine auf der Seite der russischen Streitkräfte gekämpft hat.

### Strategie zum Schutz des Öls

Laut den Schlussfolgerungen der Ermittler kontrollierten Mitarbeiter von Söldnergruppen und Konfliktveteranen faktisch die Besatzungen. Ihre Anwesenheit an Bord sollte die ununterbrochene Lieferung von Öl an die Käufer garantieren, selbst wenn europäische Länder versuchen würden, den Tanker mit Gewalt aufzuhalten.

Zuvor berichtete RBC-Ukraine, dass Russland plante, Kriegsschiffe und mobile Feuergruppen für den Schutz der Schiffe der Schattenflotte einzusetzen. Der Auslöser für solche Maßnahmen waren die Bedenken Moskaus wegen des verstärkten Drucks auf die Tanker seitens des Westens.

Die Lage auf See verändert sich. Am 1. Juni stiegen Soldaten erstmals an Bord eines sanktionierten Tankers im Mittelmeer im Rahmen der Operation IRINI. Bis zu diesem Zeitpunkt beschränkte sich die Mission lediglich auf Beobachtung, doch das Auftreten bewaffneter Söldner auf zivilen Schiffen könnte eine neue Eskalation in Fragen der maritimen Sicherheit auslösen.