Das von Elon Musk kontrollierte Unternehmen SpaceX erwägt eine großangelegte Ausweitung des Projekts Starlink Mobile, um es zu einem vollwertigen Mobilfunkanbieter im 5G-Standard zu machen. Die Initiative sieht den Aufbau eines globalen Mobilfunknetzes vor, das überwiegend aus dem Weltraum heraus betrieben wird und das den gesamten Telekommunikationsmarkt potentially neu formen könnte. Dies berichtet ixbt.com unter Berufung auf Brancheneinschätzungen. Bereits in der Diskussionsphase löst der Plan jedoch heftige Debatten und scharfe Skepsis seitens der am Markt tätigen Anbieter aus.

Position von T-Mobile: „einfach undenkbar“

Der große amerikanische Telekommunikationsanbieter T-Mobile begegnet dem Vorhaben von SpaceX mit extremer Skepsis. Finanzdirektor Peter Osvaldik erklärte, dass die Schaffung eines echten Wettbewerbs zwischen einem Weltraumnetz und herkömmlichen Bodenstationen im aktuellen Stadium sowohl technisch als auch wirtschaftlich eine äußerst schwierige Aufgabe darstelle. Nach seiner Einschätzung sei es „einfach undenkbar“, die Orbit-Infrastruktur zu einem vollwertigen Mobilfunkanbieter zu machen. In öffentlichen Kommentaren, die von Branchenmedien zitiert werden, werden auch anschaulichere Beispiele genannt: Das Signal der Satellitenkommunikation dringe, so die Vertreter von T-Mobile, nicht einmal durch die Windschutzscheibe eines Autos, was den Einsatz von Starlink als alltäglicher Mobilfunkanbieter in der Stadt unmittelbar infrage stelle.

Physik gegen Ambitionen: Warum der Weltraum den Sendemasten unterliegt

Das Kernproblem liegt in der Natur der Satellitenkommunikation selbst. Die Starlink-Satelliten befinden sich in einer Höhe von mehreren hundert Kilometern über der Erdoberfläche und bewegen sich ständig auf ihrer Umlaufbahn, was die Übertragung und den Empfang des Signals erheblich erschwert. Die Leistung dieser Orbitgeräte ist deutlich geringer als die der Bodenstationen, weshalb eine stabile Verbindung innerhalb von Gebäuden, in Tiefgaragen oder in fahrenden Autos äußerst schwer zu gewährleisten ist. Genau deshalb liegt die Satellitenkommunikation heute in puncto Qualität und Vorhersehbarkeit deutlich hinter den traditionellen Mobilfunknetzen.

Der alternative Weg und sein Preis

Ein zweiter möglicher Weg für SpaceX wäre der Kauf eigener Funkfrequenzen und der Aufbau eines unabhängigen Bodennetzes. Doch dieser Weg würde enorme Investitionen, viele Jahre an Arbeit und den Aufbau von Millionen von Basisstationen im gesamten Abdeckungsbereich erfordern. Die Idee, kleine Stationen auf Hausantennen zu installieren, wird von Experten als ineffizient bewertet: Sie stößt an die Notwendigkeit, Milliarden von Geräten gleichzeitig zu bedienen, und an erhebliche Funkstörungen, die bei so einer dichten Anordnung von Sendern unvermeidbar auftreten.

Durchsatz als Flaschenhals

Eine gesonderte und nach Expertenmeinung eine der zentralen Probleme bleibt der Durchsatz. Während in dünn besiedelten Gebieten ein einzelner Satellit Hunderte von Nutzern bedienen kann, bereitet die Verteilung der begrenzten Weltraumressourcen in Großstädten mit Millionen von Abonnenten ernste Schwierigkeiten. Die Spitzenlasten in Metropolen, in denen die Hauptmasse der Mobilfunknutzer konzentriert ist, könnten das Orbitnetz zu einem überlasteten Kanal machen, der das zugesagte Servicelevel nicht garantieren kann.

Widersprüchliche Daten

Hier liegt ein direktes Auseinandergehen der Einschätzungen beider Seiten vor. SpaceX betrachtet, den Berichten von ixbt.com und einer Reihe von Branchenmedien zufolge, die Ausweitung von Starlink Mobile als strategischen Schritt zur Schaffung eines globalen Mobilfunkanbieters und scheint darauf zu setzen, die technischen Grenzen mit der Weiterentwicklung der Orbitgruppen und der Bodenterminals schrittweise zu überwinden. T-Mobile hingegen nennt diesen Plan öffentlich als unrealistisch und betont, dass ein Weltraumnetz auf dem aktuellen technologischen Niveau weder in puncto Signalstärke noch in puncto Durchsatz bei dichter städtischer Bebauung mit den Bodenstationen konkurrieren könne. Somit sieht die eine Seite in Starlink Mobile den Anbieter der Zukunft, während die andere einen technisch und wirtschaftlich nicht tragfähigen Projekt vor sich hat; das endgültige Urteil wird davon abhängen, ob SpaceX in den kommenden Jahren die Lücke in Leistung, Abdeckung und Durchsatz schließen kann.