SpaceX hat die Marke Starmind offiziell registriert. Dieser Name ist für das ehrgeizige Projekt einer Erdumlaufbahn-Netzwerks aus einer Million Satelliten reserviert. Laut Informationen der US-Bundesnetzkommission (FCC), die von RBC-Ukraine zitiert werden, soll das neue System als vollwertiges orbitales Rechenzentrum für KI-Berechnungen fungieren.

Das Unternehmen betont, dass Starmind trotz der Nutzung einer ähnlichen orbitalen Infrastruktur sich sowohl in seiner Bestimmung als auch in seiner Architektur grundlegend vom bekannten Starlink-System unterscheidet.

Von der Datenübertragung zur Datenverarbeitung

Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Satellitensystemen liegt in den Prinzipien der Informationsverarbeitung. Starlink ist ein klassisches Kommunikationsnetzwerk. Seine Satelliten fungieren als Transit-Switches oder Hochgeschwindigkeits-Kabel im Weltraum: Sie empfangen und leiten Datenpakete zwischen Bodenstationen weiter, ohne deren Inhalt zu analysieren.

Starmind hingegen wird als verteiltes Rechensystem entwickelt. Jeder Satellit des Typs AI1 ist mit leistungsstarken Bordprozessoren und massiven Solarpanelen ausgestattet. Dies ermöglicht es Nutzern, Anfragen zu senden und generierte KI-Antworten direkt vom Orbit innerhalb von Millisekunden zu erhalten, wobei irdische Rechenzentren vollständig umgangen werden.

Lösung der Energiekrise

Die Verlagerung von Rechenleistungen außerhalb der Erde wird durch strenge physikalische Grenzen begründet, mit denen irdische Rechenzentren zunehmend konfrontiert sind. Der Weltraum bietet eine natürliche Lösung für diese Probleme:

  • Unbegrenzte Sonnenenergie.
  • Natürliche Vakuumkühlung der Ausrüstung.
  • Keine Notwendigkeit, regionale Baugenehmigungen einzuholen.

Elon Musk prognostiziert, dass der Weltraum bereits in zwei bis drei Jahren der wirtschaftlich vorteilhafteste Ort für den Einsatz von KI-Berechnungen weltweit sein wird.

Technische Spezifikationen und Start

Hauptinstrument für den Aufbau des neuen Netzwerks wird das wiederverwendbare Raketensystem Starship sein. Nach Schätzungen von SpaceX ermöglicht ein Start des riesigen Trägers die Platzierung von 30 bis 50 AI1-Satelliten im Weltraum. Dies entspricht der Lieferung von Dutzenden schwerer Serverracks in einem einzigen Flug.

Die technischen Spezifikationen der AI1-Geräte sind beeindruckend:

  • Die durchschnittliche Leistungsaufnahme des Rechenkomplexes beträgt 120 kW (mit Spitzenwerten bis zu 150 kW).
  • Die Spannweite der Solarflügel erreicht etwa 70 Meter.
  • Die operative Umlaufbahnshöhe liegt bei 600 km.

Die Satelliten werden sich untereinander und mit dem bestehenden Starlink-Netzwerk über Hochgeschwindigkeits-Laserlinks verbinden. Der Start der ersten beiden AI1-Prototypen ist für Anfang 2027 geplant, und die Massenproduktion soll Ende desselben Jahres in der neuen Gigasat-Fabrik beginnen.

Kommerzielle Perspektive

Der Anwendungsbereich von Starmind wird weit über die Unterstützung des Chatbots Grok hinausgehen. SpaceX plant, orbitale Rechenkapazitäten an kommerzielle Kunden weltweit zu vermieten und damit eine neue Ära der Weltraumtechnologien einzuleiten.