Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wird am Montag, dem 8. Juni, eine Sondersitzung abhalten, die sich der jüngsten massiven Attacke Russlands auf das ukrainische Staatsgebiet widmet. Die Initiative für diese Sitzung geht von Kiew aus, das die internationale Gemeinschaft auffordert, auf die Eskalation der Gewalt zu reagieren.
Eine offizielle Bestätigung der Sitzung gab der ukrainische Außenminister Andriy Sybiga. In einer Mitteilung auf dem sozialen Netzwerk X betonte er, dass die ständige Unterstützung der Partner für die Umsetzung des Friedensplans von Präsident Wolodymyr Selenskyj unerlässlich ist.
„Terror statt Diplomatie“
Der Leiter des ukrainischen Außenministeriums bezeichnete die jüngste Serie russischer Angriffe als direkten Beweis dafür, dass Moskau den Weg der Eskalation und nicht den des Friedens wählt. „Dies ist eine weitere Erinnerung daran, dass Moskau Terror statt Diplomatie bevorzugt“, erklärte Sybiga. Er unterstrich zudem die Bedeutung internationalen Drucks auf Russland, um die Charta der Vereinten Nationen einzuhalten.
Die ukrainische Seite dankte ihren Partnern für ihren Beitrag zur Erreichung eines umfassenden und gerechten Friedens, betonte jedoch die Notwendigkeit sofortiger Maßnahmen als Reaktion auf die militärischen Aktionen.
Brief von Selenskyj und Antwort von Putin
Auslöser für die Verschärfung der Debatte war zudem ein offener Brief, den Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag an Wladimir Putin richtete. In dem Dokument erklärte der ukrainische Präsident seine Bereitschaft, den Krieg durch direkte Verhandlungen zu beenden, und schlug vor, ein Datum und einen Ort für ein Treffen zur Beendigung der Kampfhandlungen festzulegen.
Die Antwort des russischen Staatschefs erfolgte während seiner Rede auf dem St. Petersburger internationalen Wirtschaftsgipfel (SPIEF). Wladimir Putin erklärte, er sehe keinen Sinn in einem Treffen, da ein solches Format nur der Ukraine nütze, um den „Vorstoß“ der russischen Truppen zu stoppen.
Folgen der Nachtattacke
Der Hintergrund für die Sondersitzung wurde in der Nacht zum 2. Juni geschaffen, als Russland einen weiteren kombinierten Angriff mit Raketen und Drohnen durchführte. Infolge der Treffer wurden erhebliche Schäden an der zivilen Infrastruktur registriert. Am stärksten betroffen waren Kiew, Dnipro und Charkiw, wo die Angriffe Schäden an lebenswichtigen Einrichtungen verursachten.