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title: "Staatsduma überarbeitet Videospielgesetz bis Ende 2026: Verzicht auf Biometrie und Umstellung auf PEGI-Kennzeichnung"
description: "Die Staatsduma wird den Videospielgesetzentwurf bis Ende 2026 überarbeiten: Pflichtbiometrie und Staatsdienste-Bindung fallen weg, stattdessen setzt man auf PEGI-Inhaltskennzeichnung und einen nichtstaatlichen Fonds für heimische Spieleentwicklung."
date: 2026-10-31T16:37:46.859Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/staatsduma-ueberarbeitet-videospielgesetz-bis-ende-2026
tags: [video-games, russia-legislation, gaming-industry, state-duma, content-labeling, pegi]
author: "Alexander Buran"
publisher: "XAB.info"
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# Staatsduma überarbeitet Videospielgesetz bis Ende 2026: Verzicht auf Biometrie und Umstellung auf PEGI-Kennzeichnung

![Emotionales Kind mit Kopfhörern vor dem Monitor blickt auf eine leuchtende Kiste mit Spielgegenständen](https://xab.info/media/2026/10/31/gosduma-dorabotaet-zakon-o-videoigrakh-otkaz-ot-biometrii/gosduma-dorabotaet-zakon-o-videoigrakh-otkaz-ot-biometrii-1.webp)

## Kernpunkte

- Die Staatsduma plant, den überarbeiteten Videospielgesetzentwurf bis Ende 2026 in erster Lesung anzunehmen und dabei die Anforderungen an eine obligatorische Autorisierung über Staatsdienste, Telefon oder Biometrie komplett zu streichen.
- Anstelle der Zwangsentifizierung werden eine tiefgreifende Inhaltskennzeichnung analog zum europäischen PEGI-System und die Schaffung eines nichtstaatlichen Förderfonds für die heimische Spieleentwicklung zu Kernelementen des Gesetzes.
- Die Textüberarbeitung erfolgte nach Konsultationen mit dem Sicherheitsblock, dem Verband APRIORI und der Organisation zur Entwicklung der Videospielindustrie (RVI); für die zweite Lesung wollen die Abgeordneten zu offenen Diskussionen mit der Industrie zurückkehren.

Die Staatsduma der Russischen Föderation beabsichtigt, die Überarbeitung des Gesetzentwurfs „Über die Aktivitäten zur Entwicklung und Verbreitung von Videospielen auf dem Gebiet der RF“ bis Ende 2026 abzuschließen und in erster Lesung anzunehmen. Dies teilte der erste stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Informatisierung und Informationstechnologien, Anton Gorelkin, mit. Seinen Worten zufolge ist geplant, eine Reihe von umstrittenen Bestimmungen aus der aktuellen Fassung des Dokuments vollständig zu streichen, die zuvor eine obligatorische Nutzerauthentifizierung über das Portal der Staatsdienstleistungen, die Bindung an eine Telefonnummer oder die Nutzung des Einheitsbiometriesystems vorsahen. Diese Anforderungen hatten schärfste Kritik seitens der Gaming-Community und von Fachverbänden hervorgerufen, die sie als übermäßige Einmischung in die Privatsphäre der Spieler betrachteten.

### Verzicht auf obligatorische Identifizierung: Eine Schlüsselfunktion

Wie Gorelkin klarstellte, sind die Gesetzgeber zu dem Schluss gekommen, dass eine zwangsweise Identifizierung jedes Nutzers keine notwendige Voraussetzung zur Gewährleistung der Sicherheit und zum Schutz von Minderjährigen ist. Grundlegende Mechanismen von Altersbeschränkungen und Kindersicherung funktionieren nach Einschätzung von Marktexperten bereits in den meisten großen Gaming-Diensten und erfordern keinen staatlichen Zwang auf Biometrie-Ebene. Der Übergang zu einem Modell, bei dem die Verantwortung für die Altersverifikation auf Ebene der Plattformen und Publisher verbleibt, wird ein Gleichgewicht zwischen Kinderschutz und Zugangsfreiheit für erwachsene Nutzer wahren.

### Inhaltskennzeichnung nach PEGI-Vorbild und Förderfonds für heimische Spieleentwicklung

Als Ersatz für die gestrichenen Bestimmungen zur Zwangsstauthentifizierung wird die Einführung eines tiefgreifenden Inhaltskennzeichnungssystems, das sich am europäischen PEGI-Modell (Pan European Game Information) orientiert, ein Kernelement des überarbeiteten Gesetzentwurfs sein. Dies beinhaltet eine detaillierte Klassifizierung von Spielen nach Alterskategorien sowie nach Inhalts- und Typenparametern — Gewalt, sexuelle Szenen, Sprache, Glücksspiel und andere Merkmale. Parallel dazu wird im Text des Dokuments ein Mechanismus zur Schaffung eines nichtstaatlichen Fonds zur Unterstützung der heimischen Spieleentwicklung verankert, der ein Instrument zur Finanzierung und Förderung russischer Entwickler ohne direkte administrative Kontrolle durch den Staat werden soll.

### Konsultationen mit der Industrie und dem Sicherheitsblock

Die Initiative zur Überarbeitung des Textes entstand nach einer Reihe von Konsultationen, an denen Vertreter des Sicherheitsblocks sowie wichtige Branchenorganisationen — der Verband APRIORI und die Organisation zur Entwicklung der Videospielindustrie (RVI) — teilnahmen. Im Anschluss an diese Verhandlungen stimmten die Parteien eine Liste von Änderungen ab, die vor der erneuten Prüfung des Dokuments eingebracht werden sollen. Marktexperten, die mit dem Verlauf der Diskussion vertraut sind, bewerteten den Verzicht auf die obligatorische Spieleridentifizierung positiv und merkten an, dass der Übergang zu einer detaillierten Alters- und Inhaltskennzeichnung für die meisten Branchenteilnehmer fast unbemerkt verlaufen wird, da entsprechende Instrumente in der kommerziellen Praxis bereits erprobt sind.

### Aussichten für die zweite Lesung

Die Abgeordneten rechnen damit, die offene Diskussion über die Änderungsanträge für die zweite Lesung des Gesetzentwurfs gemeinsam mit den beteiligten Gaming-Unternehmen und Entwicklern wieder aufzunehmen. Dies soll es ermöglichen, praktische Anmerkungen der Industrie vor der Finalisierung des Normtextes zu berücksichtigen. Die Verabschiedung des Dokuments in erster Lesung bis Ende 2026 wird voraussichtlich eine Phase öffentlicher Anhörungen und Expertenrunden einläuten, nach deren Abschluss der Gesetzentwurf zur finalen Abstimmung vorgelegt wird. Für die russische Gaming-Industrie, die Zehntausende professionelle Entwickler und Millionen aktiver Spieler zählt, wird das Ergebnis dieses Prozesses das rechtliche Umfeld bestimmen, in dem sich der Sektor in den kommenden Jahren entwickeln wird.

## Faktencheck und Quellen

- [Госдума доработает законопроект о регулировании видеоигр до конца года](https://www.goha.ru/gosduma-dorabotaet-zakonoproekt-o-regulirovanii-videoigr-do-konca-goda-xzBYNK) - Primärquelle. Enthält ein direktes Zitat des ersten stellvertretenden Vorsitzenden des IT-Ausschusses, Anton Gorelkin, über Pläne zur Überarbeitung des Gesetzentwurfs, den Ausschluss von Punkten zur Pflichtautorisierung, den Übergang zur PEGI-Kennzeichnung und die Schaffung eines nichtstaatlichen Fonds. Konsultationsteilnehmer (APRIORI, RVI, Sicherheitsblock) sind angegeben.

## Häufige Fragen

### Was genau wird aus dem Videospielgesetzentwurf gestrichen?

Aus der aktuellen Fassung werden die Bestimmungen zur obligatorischen Nutzerautorisierung über das Portal der Staatsdienstleistungen, zur Bindung an eine Telefonnummer oder zur Nutzung des Einheitsbiometriesystems vollständig entfernt.

### Was wird anstelle der obligatorischen Identifizierung vorgeschlagen?

Kernelemente des überarbeiteten Gesetzentwurfs werden ein umfassendes Inhaltskennzeichnungssystem nach dem Vorbild des europäischen PEGI-Modells und die Schaffung eines nichtstaatlichen Förderfonds für die heimische Spieleentwicklung sein.

### Wann ist die Annahme des Gesetzes in erster Lesung geplant?

Die Staatsduma rechnet damit, den Text zu überarbeiten und den Gesetzentwurf bis Ende 2026 in erster Lesung anzunehmen. Für die zweite Lesung beabsichtigen die Abgeordneten, offene Diskussionen über Änderungen gemeinsam mit Gaming-Unternehmen und Entwicklern wieder aufzunehmen.

### Wer war an den Konsultationen zur Überarbeitung des Gesetzentwurfs beteiligt?

An den Konsultationen nahmen Vertreter des Sicherheitsblocks sowie Branchenorganisationen — der Verband APRIORI und die Organisation zur Entwicklung der Videospielindustrie (RVI) — teil.