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title: "Stalin im Spiegel der Geschichte: Ukrainer lehnen den Diktator ab, Russland vergöttlicht ihn"
description: "🇺🇦 Stalin in der Ukraine: Rekordniedrige Unterstützung – nur 7 % halten ihn für einen „großen Führer'. In Russland sind es 56 %. Die Kluft zwischen den Ländern wächst. KIIS-Umfrage: Dekommunisierung funktioniert. 📉 #Ukraine #Stalin #KIIS #Geschichte #Politik"
date: 2026-08-17T09:38:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/stalin-in-der-ukraine-rekordniedrige-unterstutzung-de
tags: [ukraine, stalin, kmi, decommunization, russia, poll, history, politics]
publisher: "XAB.info"
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# Stalin im Spiegel der Geschichte: Ukrainer lehnen den Diktator ab, Russland vergöttlicht ihn

![Josef Stalin hält eine Rede vor einem Mikrofon, was seine diktatorische Macht symbolisiert, die in der Ukraine und Russland polarisierte Meinungen hervorruft](https://xab.info/media/2026/08/17/stalin-v-ukraine-rekordno-nizkaya-podderzhka/stalin-v-ukraine-rekordno-nizkaya-podderzhka-1.webp)

Im Jahr 2026, mehr als drei Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, zeigen Ukraine und Russland diametral entgegengesetzte Bewertungen einer Schlüsselfigur des 20. Jahrhunderts – Josef Stalins. Laut einer jüngsten umfassenden Umfrage des Kiewer Internationalen Instituts für Soziologie (KIIS) ist die Einstellung der Ukrainer zum sowjetischen Diktator auf ein historisch tiefes Niveau seit der Unabhängigkeit des Landes gesunken. Nur 7 % der Befragten betrachten Stalin als „großen Führer', während 57 % eine negative Haltung ihm gegenüber einnehmen. Dies zeugt von einer tiefgreifenden Transformation des öffentlichen Bewusstseins und dem Erfolg der Dekommunisierungskampagnen, die in der Ukraine 2014–2015 eingeleitet wurden.

### Ergebnisse der Umfrage: von 39 % auf 7 %

Die Dynamik der Stalin-Bewertungen in der Ukraine in den letzten Jahrzehnten ähnelt einer absteigenden Kurve. Im Jahr 1991, kurz nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit, stimmten 27 % der Ukrainer der These von seiner Größe zu. Der Höhepunkt der Unterstützung wurde 2002 erreicht – damals hielten 39 % der Bürger Stalin für einen großen Führer. Doch jedes Jahr sank diese Zahl beständig. Bis 2026 fiel sie auf ein Minimum von 7 %. Gleichzeitig sind 62 % der Befragten entweder vollständig oder eher nicht mit der Aussage über Stalins Größe einverstanden. Weitere 31 % hatten Schwierigkeiten, eine Antwort zu geben, oder haben keine klare Position.

### Widersprüchliche Daten

Interessanterweise stellen die Soziologen des KIIS fest: Es geht weniger um ein Wachstum der Zahl der Stalin-Anhänger, sondern vielmehr um eine Verringerung der kategorischen Ablehnung. Der Anteil der unbestimmten oder ambivalenten Bewertungen ist gestiegen. Dies könnte auf einen generationellen Wandel hindeuten: Die junge Generation, die sich an die UdSSR nicht erinnert, nimmt die Figur Stalins abstrakter wahr als die ältere Generation, die entweder persönlich mit seinem Regime konfrontiert war oder ihre Meinung unter den Bedingungen der sowjetischen Propaganda formte. Gleichzeitig gilt in Russland, laut Daten des „Levada-Zentrums' für 2026, dass 56 % der Bürger Stalin für einen großen Führer halten. Die Kluft zwischen den Ländern wurde besonders nach 2016 sichtbar – genau dann begann in der Ukraine ein rascher Anstieg der Negativität und die Konservierung des positiven Images in der Russischen Föderation.

### Persönliche Wahrnehmung und öffentliches Vertrauen

Soziologen untersuchten auch die persönliche Wahrnehmung Stalins durch Ukrainer. Nur 3 % der Befragten bewerten ihn positiv, fast ein Drittel (27 %) reagieren gleichgültig. Eine negative Haltung äußerten 57 %, und 10 % hatten Schwierigkeiten, eine Antwort zu geben. Ein solches Ergebnis bestätigt, dass Stalin für die Mehrheit der Ukrainer ein Symbol für Repressionen, Terror und Totalitarismus ist und nicht für den „Bauer der Industrie' oder den „Sieger im Krieg'. Parallel dazu ermittelte das KIIS, welchen öffentlichen Personen Ukrainer im Jahr 2026 am meisten vertrauen. Das höchste Vertrauen genießen der ehemalige Oberbefehlshaber Waleri Saluschnyj (66 %) und der ehemalige Verteidigungsminister Michail Fedorow (63 %). Präsident Wolodymyr Selenskyj genießt das Vertrauen von 56 % der Bürger – ein Indikator, der stabil bleibt, aber niedriger ist als der der militärischen Führer, was die Priorität der Sicherheit im öffentlichen Bewusstsein widerspiegelt.

### Erwartungen zum Kriegsende und politischer Kontext

Wichtig ist zu beachten, dass diese Daten im Kontext eines andauernden Krieges erhoben wurden. Laut einer anderen Umfrage des KIIS erlaubt nur jeder fünfte Ukrainer ein Ende der Kampfhandlungen bis Ende 2026. Die Mehrheit erwartet das Ende des Krieges nicht vor der zweiten Hälfte des Jahres 2027. Dies schafft eine besondere Atmosphäre in der Gesellschaft: Die Menschen neigen dazu, Halt in Figuren zu suchen, die mit dem Schutz des Landes verbunden sind, und nicht in historischen Persönlichkeiten, die mit innerem Terror assoziiert werden. Somit ist die niedrige Bewertung Stalins nicht nur eine historische Tatsache, sondern ein Abbild des aktuellen politischen und sozialen Klimas, in dem der Wert von Leben und Freiheit über das „Großsein' um jeden Preis gestellt wird.

### Fazit: Dekommunisierung als Erfolg

Die Autoren der Studie sind der Ansicht, dass Stalin in Russland faktisch zu einem nationalen Helden geworden ist – ein Symbol für Macht, Ordnung und Sieg, trotz des Preises, den das Volk gezahlt hat. In der Ukraine hingegen ist die Haltung zum Diktator ein Indikator für den Erfolg der Dekommunisierungsprozesse. Die Gesellschaft lehnt ihn nicht nur ab – sie reflektiert die Geschichte neu und trennt Mythen von der Realität. Dies ist eine komplexe, aber notwendige Phase der Bildung einer nationalen Identität, die auf Menschenrechten, Demokratie und dem Gedenken an die Opfer des Totalitarismus basiert. Im Jahr 2026 macht die Ukraine einen weiteren Schritt nach vorne – sie wirft die Schatten der Vergangenheit ab, um die Zukunft zu bauen.