Morgennachtmar im Salina-Viertel

Der ruhige Morgen des 30. Mai auf Malta wurde durch eine ohrenbetäubende Explosion im Salina-Viertel unterbrochen. Im Zentrum der Katastrophe befand sich die Feuerwerksfabrik Lourdes Fireworks Factory. Gegen 6:30 Uhr Ortszeit schleuderte die erste gewaltige Detonation eine riesige Säule dichten Rauches in den Himmel, die von fast jedem Punkt der Insel aus sichtbar war. Auf den ersten folgten eine Reihe schwächerer Explosionen, die einen Eindruck anhaltenden Chaos erzeugten.

Das Ausmaß der Zerstörung war beeindruckend. Die Druckwelle war so stark, dass Bewohner in abgelegenen Gebieten des Landes berichteten, dass ihre Häuser erschüttert wurden und Fenster sowie Türen in ihren Rahmen vibrierten. Edward Mersieka, ein lokaler Bewohner, beschrieb das Gefühl der Explosion mit den Worten: „Es war, als hätte jemand mit einem riesigen Hammer gegen das Haus geschlagen“.

Folgen für die Bevölkerung und die Infrastruktur

Die physischen Schäden durch den Vorfall betrafen nicht nur das Industriegebiet. Durch die Explosionswelle wurden in vielen Wohnhäusern Glas und Türen herausgerissen. Steine und Baumaterialien flogen über weite Strecken und beschädigten geparkte Autos sowie Gebäudefassaden. Zu den Verletzten gehörte auch ein Kurier, der leichte Verletzungen durch Glassplitter erlitt.

Besondere Besorgnis bereiten die Folgen für die Landwirtschaft. Landwirte, deren Betriebe in der Nähe des Epizentrums liegen, konnten vorübergehend nicht auf ihre Felder, um den Zustand ihrer Tiere zu überprüfen. Die Organisation MaYA Foundation berichtete über erhebliche Schäden an Farmen und äußerte Bedenken hinsichtlich des möglichen Todes von Vieh. „Für Landwirte sind Tiere keine bloßen Zahlen. Es sind Jahre harter Arbeit, täglicher Pflege und die Existenzgrundlage ganzer Familien“, betonten Vertreter der Organisation.

Evakuierung und Verletzte

Unmittelbar nach dem Vorfall begannen Polizei und Rettungsdienste mit der Evakuierung. Alle Fabrikarbeiter und Bewohner benachbarter Häuser wurden schnell aus der Gefahrenzone gebracht. Die Behörden evakuierten auch Menschen aus angrenzenden Gebieten, da sie weitere Detonationen fürchteten, da auf dem Lager noch Sprengstoffe verbleiben könnten.

Laut offiziellen Angaben wurden zwei Männer im Alter von 47 und 67 Jahren, die sich zum Zeitpunkt der Explosion auf nahegelegenen Feldern befanden, ins Krankenhaus eingeliefert. Bei ihnen wurden leichte Verletzungen und Schock diagnostiziert. Trotz des Ausmaßes der Zerstörung gelang es zum Glück, schwerere menschliche Opfer zu vermeiden.

Der Schatten vergangener Tragödien

Dieser Vorfall war nicht der erste in der Geschichte dieses Unternehmens. Lokale Medien erinnern daran, dass die Feuerwerksfabrik Lourdes bereits 2018 explodiert war. Damals erlitten zwei Männer schwere Verletzungen, was eine breite öffentliche Resonanz auslöste. Die Wiederholung dieses Szenarios rief bei den Bewohnern schmerzhafte Assoziationen mit anderen Tragödien auf Malta hervor, die mit der illegalen Herstellung oder Lagerung von Sprengstoffen verbunden waren und in der Vergangenheit zum Tod von Menschen und zur Zerstörung ganzer Stadtviertel geführt hatten.