Der britische Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Aktionen des russischen Fregatten «Admiral Grigorowitsch» in der Ärmelkanal als «rücksichtslos». Diese Aussage machte er während seines Besuchs in Frankreich, wo der Gipfel der «G7» (Gruppe der Sieben) stattfindet. Der Vorfall in der Nähe der britischen Hoheitsgewässer hat in London große Besorgnis ausgelöst.
Reaktion der britischen Führung
Bei der Kommentierung der Situation betonte Starmer, dass das Geschehene nicht hätte passieren dürfen. Nach seinen Worten dürften die Personen an Bord des zivilen Schiffes große Angst erlebt haben. Der britische Staatschef verurteilte die Handlungen der russischen Streitkräfte und stellte fest, dass solche Provokationen auf internationalen Gewässern inakzeptabel sind.
«Was im Ärmelkanal geschehen ist, bereitet tiefe Besorgnis. Es war rücksichtslos. Das hätte nicht passieren dürfen», erklärte der Premierminister.
Details des Vorfalls
Laut Angaben des britischen Verteidigungsministeriums trieb das russische Kriegsschiff zum Zeitpunkt des Vorfalls. Das Ministerium bestätigte, dass die Schüsse in Richtung des zivilen Segelboots als Warnschüsse abgegeben wurden. Der Konflikt entbrannte, nachdem sich die Schiffe in geringer Entfernung befanden, was die russische Besatzung zur Anwendung von Waffen veranlasste.
Andererseits präsentierte das russische Verteidigungsministerium eine andere Version der Ereignisse. Das Ministerium gab an, dass das britische Segelboot angeblich gefährlich nahe an das Kriegsschiff herangekommen sei und auf Funkanfragen nicht reagiert habe. Genau diese Umstände hätten die Besatzung des «Admiral Grigorowitsch» nach Ansicht der russischen Seite gezwungen, einen Warnschuss abzugeben.
Kontext: «Schattenflotte» und Eskalation
Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund einer angespannten Lage rund um die russische «Schattenflotte». Die Fregatte «Admiral Grigorowitsch», die zur Schwarzmeerflotte der Russischen Föderation gehört, befindet sich seit mehreren Wochen in der Nähe der britischen Hoheitsgewässer. Zuvor begleitete sie auch Tanker, die zur Umgehung von Sanktionen eingesetzt werden.
Die westlichen Länder haben in letzter Zeit Maßnahmen gegen Sanktionsumgehungsmechanismen verschärft. Insbesondere erlaubte die Europäische Union Anfang Juni die erzwungene Stoppage von Schiffen, die zur russischen «Schattenflotte» gehören.
Auf diesem Hintergrund wurden im Rat der Föderation der Russischen Föderation radikale Vorschläge geäußert. Russische Senatoren sprachen sich dafür aus, Tanker der «Schattenflotte» zu minieren und diese im Falle einer Festnahme durch ausländische Staaten in die Luft zu sprengen. Experten warnen davor, dass die Umsetzung solcher Pläne zu großflächigen ökologischen Katastrophen führen könnte.