Die Pariser Sand-Saison bot den ukrainischen Fans eine wahre emotionale Achterbahnfahrt. Julija Starodubtsewa, die gestern noch wie eine Heldin des Tages wirkte, nachdem sie die Nummer-2 der Welt Jelena Rybakina sensationell besiegt hatte, musste sich heute mit der harten Realität des Tennis auseinandersetzen. Im dritten Runde der French Open unterlag die Ukrainerin der chinesischen Tennisspielerin Wang Xiyu und beendete damit ihre Siegesserie auf Roland Garros.
Kämpferischer Charakter gegen Stabilität
Das Match gegen Wang Xiyu, die sich über die Qualifikation für das Hauptfeld qualifiziert hat und auf Platz 148 der WTA-Rangliste steht, entwickelte sich zu einem echten Nervenkitzel. Das Spiel dauerte fast zwei Stunden und war voller unerwarteter Wendungen. Starodubtsewa begann den ersten Satz wie ein Raubtier und gewann selbstbewusst die ersten drei Spiele. Doch genau hier lief die Partie der Ukrainerin nicht nach Plan: Eine Serie von unzwanghaften Fehlern und ein Verlust der Konzentration ermöglichten der Gegnerin, sich zurückzukämpfen und den Satz zu gewinnen.
Der zweite Satz wurde zu einem echten Kino. Bei einem Rückstand von 0:2 gab Julija nicht auf, zeigte Charakter und schaffte es, den Verlauf des Spiels zu drehen, um mit 4:2 in Führung zu gehen. Im entscheidenden Moment, bei der Aufschlagseite der Chinesin, hatte die Ukrainerin drei Break-Bälle – eine Chance, die sie in die Geschichte hätte schreiben können. Doch die Umsetzung misslang, und Wang Xiyu nutzte die Gelegenheit, um den Satz und das Match zu beenden.
Statistik verzeiht nichts
Obwohl Starodubtsewa eine hervorragende Abwehrleistung zeigte, deutet die Matchstatistik auf Probleme beim Aufschlag hin. Die Ukrainerin konnte keinen Ace erzielen und beging zwei Doppel-Fehler, wobei sie nur vier Break-Bälle verwertete. Gleichzeitig servierte Wang Xiyu dreimal direkt und verwertete sechs Mal erfolgreich Breaks, was am Ende zum entscheidenden Faktor wurde.
Rekorde und Hoffnungen
Trotz der Bitterkeit der Niederlage war dieses Turnier eines der erfolgreichsten in Starodubtsewas Karriere. Die Nummer-55 der Welt wiederholte ihren persönlichen Rekord auf Roland Garros, indem sie bis in die dritte Runde vordrang. Zuvor hatte sie dieses Ergebnis nur in den Jahren 2025 und 2026 erzielt. Das Hauptziel – das Erreichen des Achtelfinals eines Grand-Slam-Turniers – blieb unerreichbar, aber der Weg, den sie in diesem Jahr zurückgelegt hat, verdient Respekt.
Der ukrainische Tennis verliert nicht an Bedeutung: Marta Kostjuk hat sich bereits ins Achtelfinal durchgesetzt, nachdem sie Viktoria Golubic besiegt hatte, und Elina Switolina sowie Alexandra Olejnikowa kämpfen weiterhin in der dritten Runde. Roland Garros 2026 mit einem Preisgeld von fast 26 Millionen Euro bleibt die Bühne, auf der ukrainische Sportler ihre Klasse und ihren Willen zum Sieg unter Beweis stellen.