In Wien wurde offiziell eustella vorgestellt – eine europäische, souveräne Plattform für autonome mobile Agenten, die auf der nationalen KI-Fabrik AI Factory Austria basiert. Das Projekt positioniert sich als Antwort auf die wachsende Nachfrage in der EU nach sicheren und kontrollierten KI-Tools, die ohne Abhängigkeit von ausländischen Cloud-Infrastrukturen funktionieren.
Technologie-Stack und Architekturflexibilität
Die Plattform eustella nutzt fortschrittliche Open-Weight-Modelle, um hohe Leistungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit zu gewährleisten. Zu ihrer Basis gehören die Textmodelle Gemma 4 (Google), Qwen 3.5/3.7 (Alibaba Group), gpt-oss-120b (OpenAI) sowie Tools von Mistral AI. Für die Bildgenerierung kommt das Modell Flux von Black Forest Labs zum Einsatz. Die Entwickler betonen, dass das System regelmäßig aktualisiert wird – neue Architekturen werden integriert, sobald sie überlegene Ergebnisse demonstrieren.
Sicherheit und Datensouveränität
Ein entscheidender Vorteil von eustella ist die strikte Sicherheitsarchitektur. Nutzer behalten die vollständige Kontrolle über ihre Daten: Die Erstellung von Nutzerprofilen, das Tracking oder die Nutzung von Informationen zum Training externer Modelle sind vollständig ausgeschlossen. Alle Server befinden sich physisch innerhalb der Europäischen Union – in Berlin und Frankfurt – und werden vom deutschen Anbieter IONOS CLOUD betrieben. Selbst der Cloud-Betreiber hat keinen Zugriff auf die Daten: Alle Informationen werden verschlüsselt gespeichert.
Verfügbarkeit und Tarife
Nach Abschluss des Beta-Tests hat eustella die endgültige Tarifstruktur eingeführt. Nutzern steht ein kostenloses Konto (Free Account) mit grundlegenden Limits zur Verfügung, deren Volumen in naher Zukunft angepasst werden. Zudem sind drei Ebenen kostenpflichtiger Abonnements vorgesehen: Der günstigste Tarif kostet 5,99 Euro pro Monat und bietet ein Anfrage-Limit, das viermal höher ist als bei der kostenlosen Version. Zwei weitere Premium-Ebenen richten sich an eine intensivere Nutzung der Plattform.
Der Zugriff auf den Service ist über mobile Apps für iOS und Android sowie über einen Webbrowser möglich. Die Plattform unterstützt Gruppenchats und eine Suchfunktion, was sie sowohl für private als auch für teambezogene Aufgaben geeignet macht.
Infrastruktur und Ökosystem
Das Büro von eustella befindet sich im Co-Working-Hub AI:AT in Wien – einem Raum, der als physisches Zentrum für Kommunikation, Wissensaustausch und die Umsetzung technologischer Projekte dient. Auf Basis dieses Hubs fungiert ein „One-Stop-Shop“-Modell für die KI-Entwicklung in Österreich, das nationale Initiativen mit dem europäischen Netzwerk der AI Factories integriert.
AI Factory Austria bietet umfassende Unterstützung für Startups und Unternehmens-Spin-offs – von der Idee und Prototypenerstellung über Skalierung, Datenanalyse und Mitarbeiterschulung bis hin zum Markteintritt. Das Projekt wird im Rahmen des gemeinsamen europäischen Unternehmens EuroHPC Joint Undertaking umgesetzt und vom Österreichischen Institut für Technologie (AIT) sowie der Advanced Computing Austria (ACA) geleitet, unter Beteiligung eines breiten Konsortiums führender wissenschaftlicher und Forschungsinstitute des Landes.
Finanzierung und Unterstützung
eustella erhielt offizielle Kofinanzierung von der Europäischen Union über das Programm Horizon Europe sowie direkte finanzielle Unterstützung von der österreichischen Regierung über die Investitionsinstitutionen BMK und FFG. Dies unterstreicht die strategische Bedeutung des Projekts für die Entwicklung des souveränen KI-Sektors in Europa.