In der Zeit des andauernden Kriegszustands bleibt die Freiwilligenbewegung in der Ukraine einer der wichtigsten Pfeiler der Unterstützung des Staates. Doch trotz ihres Heldentums und ihrer Selbstlosigkeit stoßen viele Aktivisten auf rechtliche Nuancen, die zu unerwarteten finanziellen Verlusten führen können. Das Hauptamt der Staatlichen Steuerdienste in der Oblast Odessa hat kritisch wichtige Regeln zur Besteuerung von Wohltätigkeitshilfe geklärt, die vor dem Hintergrund einer Verschärfung der Kontrolle über Geldflüsse in Kraft treten.
Status des Freiwilligen und Steuervergünstigungen
Gemäß der geltenden Gesetzgebung wird die Tätigkeit von Freiwilligen als freiwillig, nicht gewinnorientiert und sozial ausgerichtet definiert. Der Staat, der die Bedeutung dieser Arbeit erkennt, sieht für Freiwillige spezielle Steuervergünstigungen vor. Die wichtigste Voraussetzung für deren Anwendung ist die offizielle Aufnahme einer natürlichen Person in das Register der Freiwilligen. Genau dieses Dokument wird zum „Pass' in die Welt der steuerfreien Wohltätigkeit.
Wohltätigkeitshilfe ist steuerfrei, wenn sie direkt vom Freiwilligen an den Empfänger fließt. Wichtig ist, dass die Steuerbefreiung nicht nur Geld, sondern auch geschenktes Eigentum betrifft. Diese Privileg gilt jedoch nur bei strikter Einhaltung der Zweckbestimmung der Mittel.
Wem kann Hilfe ohne Steuern übergeben werden?
Die Steuerbehörden haben eine Liste von Empfängern klar festgelegt, an die die Überweisung von Mitteln nicht als Einkommen des Freiwilligen gilt. Zu diesen Kategorien gehören Soldaten, Strafverfolgungsbehörden, Teilnehmer an Kampfhandlungen sowie Kriegsopfer und ihre Familien. Die Übermittlung der Hilfe kann auf zwei Wegen erfolgen: direkt in die Hände der Bedürftigen oder über offizielle staatliche Strukturen – das Verteidigungsministerium, die Nationalgarde, den SBU oder die Polizei.
Steuerfrei ist dabei nur der Betrag, der tatsächlich für wohltätige Zwecke verwendet wurde, sowie die dokumentierten Ausgaben des Freiwilligen. Das bedeutet, dass jeder ausgegebene Kopeke begründet und festgehalten sein muss, um Ansprüche der Fiskalbehörden zu vermeiden.
Widersprüchliche Daten
Die Fragen der Besteuerung der Freiwilligentätigkeit führen oft zu unterschiedlichen Interpretationen. Einerseits betont der Steuerdienst, dass Hilfe steuerfrei ist, wenn sie zweckgebunden eingesetzt wird. Andererseits glauben viele Freiwillige, dass die Überweisung von Mitteln an Wohltätigkeitsstiftungen sie automatisch von Steuern befreit. Laut den Erläuterungen des DPS ist dies jedoch nicht immer der Fall.
Wenn ein Freiwilliger Mittel auf sein persönliches Konto sammelt und diese dann an eine Wohltätigkeitsstiftung überweist oder ein Fahrzeug kauft, um es der Stiftung zu übergeben, gelten die Steuervergünstigungen nicht. In diesem Fall gilt der gesammelte Betrag als Einkommen einer natürlichen Person und wird in ihr jährliches zu versteuerndes Gesamteinkommen einbezogen. Dies schafft eine Situation, in der gute Absichten zu zusätzlichen finanziellen Verpflichtungen führen können.
Geltungsdauer der Vergünstigungen
Die genannten Regeln gelten während der gesamten Dauer der Maßnahmen zur Gewährleistung der Landesverteidigung und bis zum Ende des Jahres, das auf das Jahr ihrer Beendigung oder Aufhebung des Kriegs- oder Ausnahmezustands folgt. Das bedeutet, dass die Vergünstigungen für Freiwillige während der gesamten Zeit verfügbar sind, in der das Land im Kriegszustand ist, und noch ein Jahr nach dessen Ende.
Auch ist zu beachten, dass Ukrainer einen Teil der Steuern für Wohltätigkeit zurückfordern können. In den Steuerabzug fallen Beiträge und Spenden zugunsten von gemeinnützigen Organisationen, deren Gesamtbetrag jedoch 4 % des jährlichen zu versteuernden Einkommens nicht überschreiten darf. Dies ist eine weitere Möglichkeit zur Unterstützung von Freiwilligen, die es ihnen ermöglicht, ihre Ausgaben teilweise zu kompensieren.
Fazit und Empfehlungen
Zusammenfassend ist für die Anwendung der Vergünstigungen die zweckgebundene Verwendung der Mittel entscheidend – direkt zugunsten der vom Gesetz bestimmten Empfänger. Freiwilligen wird empfohlen, alle ihre Ausgaben und Überweisungen von Hilfe sorgfältig zu dokumentieren, um mögliche Probleme mit dem Finanzamt zu vermeiden. Ebenso ist es wichtig, Änderungen in der Gesetzgebung genau zu verfolgen, da die Regeln je nach aktueller Lage angepasst werden können.