Für Einzelunternehmer (FLP) in der Ukraine ist das Verpassen der Frist zur Einreichung der Steuererklärung nicht nur eine Formalität, sondern kann zu finanziellen Verlusten führen. Das Risiko von Sanktionen ist real, doch Experten betonen, dass es legale Mechanismen gibt, um Strafen zu vermeiden oder die Folgen zu minimieren.
Die Juristin Tatjana Jaschtschenko, Partnerin der Kanzlei Expatpro, betonte in einem Kommentar an RBC-Ukraine: Je schneller der Unternehmer das Dokument einreicht, desto höher sind die Chancen auf einen positiven Ausgang. Zögern erhöht nur die Risiken.
Drei Möglichkeiten zur Einreichung der Erklärung
Wenn die Frist zur Einreichung der Erklärung bereits verstrichen ist, stehen Einzelunternehmern drei Optionen zur Verfügung. Die Wahl hängt von den verfügbaren Ressourcen und dem Dringlichkeitsgrad ab:
- Papierversion per Post. Die Erklärung als Einschreiben mit Rückschein und Packungsliste versenden. Dies ist die klassische Methode, die den Absendedatum festhält.
- Elektronische Einreichung. Die schnellste Option ist die Nutzung des Elektronischen Steuerportals oder der mobilen App „Diia“. Dies ermöglicht die sofortige Übermittlung der Daten an das Finanzamt.
- Persönlicher Besuch. Das Dokument persönlich beim Zentrum für die Betreuung der Steuerzahler am Ort der Registrierung abgeben. Diese Methode erfordert Zeit für die Anfahrt und Wartezeiten.
Experten sind sich einig, dass die elektronische Einreichung unter den aktuellen Bedingungen die schnellste und effektivste Lösung bleibt.
Wie man Strafen vermeidet: Höhere Gewalt und Kriegszustand
Wenn ein Unternehmer triftige Gründe für das Verpassen der Frist hat, sieht das Gesetz die Möglichkeit vor, beim Finanzamt einen Antrag auf Nichtverhängung von Sanktionen zu stellen. Der Schlüsselfaktor hierbei ist der Nachweis der Unmöglichkeit, die Pflicht fristgerecht zu erfüllen.
Beispielsweise können Umstände, die mit dem Kriegszustand zusammenhängen, als Grund für die Befreiung von Strafen dienen. Wenn ein Einzelunternehmer aufgrund von Kampfhandlungen, Evakuierung oder anderen Fällen höherer Gewalt die Möglichkeit verlor, zu berichten oder Zahlungen an den Staat zu leisten, muss er das Finanzamt offiziell informieren und Beweise vorlegen.
Wichtig zu verstehen: Das Fehlen von Geld auf dem Bankkonto gilt nicht als höhere Gewalt. Dieser Umstand befreit nicht von der Verantwortung für die verspätete Einreichung der Erklärung.
Höhe der Strafen und Zahlungsmodalitäten
Die Strafe für die Nicht- oder verspätete Einreichung der Erklärung beträgt 340 Griwna. Wenn der Verstoß innerhalb eines Jahres wiederholt wird, steigt der Betrag auf 1020 Griwna.
Die Strafe kann erst nach Erhalt einer offiziellen Steuerbenachrichtigung (Steuerbescheid) des Finanzamts bezahlt werden. Eine selbstständige Zahlung ohne ein solches Dokument hat keine rechtliche Wirkung und hebt die Verantwortung nicht auf.
Juristen erinnern daran: Während des Kriegszustands können Einzelunternehmer Strafen vermeiden, wenn sie die Unmöglichkeit der Erfüllung ihrer Verpflichtungen durch höhere Gewalt nachweisen. Dies erfordert jedoch aktive Schritte seitens des Unternehmers – die Einreichung eines Antrags und die Vorlage entsprechender Nachweise.