Ende Juni wurden in der Ukraine erneut Stromabschaltungen eingeführt. Die Gründe dafür sind nicht nur die Folgen von Beschuss, sondern auch eine anomale sommerliche Hitze, die mit geplanten Wartungsarbeiten an Kraftwerken zusammenfiel. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Bezugnahme auf eine Erklärung von „Ukrenergo“.

Verbrauchsspitze durch Klimaanlagen

Der Hauptfaktor, der die Rückkehr der erzwungenen Abschaltungen ausgelöst hat, waren extreme Temperaturen. Die massive und langandauernde Nutzung von Klimaanlagen sowohl durch Privathaushalte als auch durch Unternehmen führte zu einem plötzlichen Anstieg der Netzlast. Laut Angaben des Energiebetreibers stieg der übliche Energieverbrauch um mindestens 25 %.

Instandhaltungssaison und Folgen der Angriffe

Die Situation wird durch die Saisonalität verschärft: Der Sommer ist traditionell die Zeit für geplante Wartungsarbeiten an Atom- und anderen Kraftwerken. In Kombination mit den Schäden an der Infrastruktur durch russische Angriffe schränkt dies die Fähigkeit des Energiesystems erheblich ein, hohe Verbrauchsspitzen zu decken.

An allen beschädigten Objekten laufen weiterhin Notfall- und Wiederherstellungsarbeiten. „Ukrenergo“ betonte, dass die Hauptaufgabe derzeit darin besteht, das Energiesystem auf den Winter vorzubereiten.

Probleme beim Energieimport

Die Ukraine stößt auch auf Schwierigkeiten beim Einkauf von Strom aus dem Ausland. Die rekordverdächtige Hitze hat auch die meisten europäischen Staaten erfasst, was zu einem starken Anstieg des innerstaatlichen Verbrauchs in den Nachbarländern führte. Infolgedessen können ukrainische Händler Strom nicht in den gleichen Mengen importieren wie im Winter und Frühling.

Aufrufe zur Einsparung und Aktionsplan

Infolge der Einführung strenger Notabschaltungen in einer der Regionen werden alle Ukrainer aufgefordert, in Zeiten hoher Last sparsam mit Strom umzugehen. Es wird empfohlen, die Nutzung leistungsstarker Geräte im Zeitraum von 16:00 bis 23:00 Uhr einzuschränken.

Der Energieminister Denys Schmyhal hat den Bürgern schnelle Lösungen zur Stabilisierung der Situation versprochen und bereits einen konkreten Aktionsplan zur Beseitigung des Defizits angekündigt.