Die persönliche Stylistin Olga Galuschka gestaltet seit mehr als zehn Jahren die Garderoben von Frauen in der Ukraine und im Ausland: von Unternehmerinnen und Führungskräften bis hin zu Kundinnen aus kreativen Branchen. Im Laufe ihrer Praxis hat sie mit Frauen in mehr als 28 Ländern der Welt gearbeitet, überwiegend mit Expats, die im Ausland leben. In einem aktuellen Interview für Wave RBC.UA hat Galuschka erklärt, warum in der Ära der digitalen Transformation immer mehr Frauen die Systematisierung ihres Kleiderschranks an Profis delegieren, woraus sich die Preisgestaltung lokaler Marken während des Krieges tatsächlich zusammensetzt und warum der klassische Begriff der „Basis-Garderobe“ endgültig veraltet ist.
Warum entsteht das Gefühl „Ich habe nichts anzuziehen“
Laut der Stylistin ist der häufigste Wunsch ihrer Kundinnen in der Ukraine und im Ausland das Fehlen einer Systematisierung der Garderobe. Frauen mit großen Kleiderschränken, hohen Ansprüchen und einem dichten Terminkalender – von der morgendlichen Bringung des Kindes in die Schule über Arbeitsmeetings, Konferenzen, Dienstreisen bis hin zu Abendveranstaltungen – finden keine Zeit für die tägliche Auswahl ihrer Kleidung. „In der Ära der rasenden Digitalisierung möchten wir bestimmte Bereiche unseres Lebens delegieren, und die Garderobe ist keine Ausnahme“, erklärt Galuschka. Genau deshalb wächst die Nachfrage nach einer professionellen Hand, die eine persönliche Kapsel zusammenstellt und die kognitive Belastung der täglichen Auswahl nimmt. Die Stylistin setzt in ihrer Arbeit eine digitale Analyse des Schranks ein und hilft ihren Kundinnen, einen Stil zu entwickeln, ohne kurzlebigen Trends blind zu folgen.
Die Kultur des Erscheinungsbilds: Ukrainerinnen im Vergleich zu Europäerinnen
Galuschka betont, dass in der Ukraine die Kultur der äußerlichen Darstellung stärker ausgeprägt ist, während europäische Kundinnen mehr „Entspanntheit“ zeigen und weniger Snobismus. Gleichzeitig unterstreicht die Stylistin, dass sie keine Verallgemeinerungen und starren Standards befürwortet: „Alles ist sehr individuell.“ Die Alltagszenarien ukrainischer Kundinnen sind oft vielfältiger: Ein Tag kann Kita, Arbeitsmeetings und eine Veranstaltung umfassen, am nächsten Tag eine Konferenz oder eine Dienstreise. „Irgendwo aus den 90ern kommt dieses Echo“, fügt sie hinzu und erklärt die erhöhte Aufmerksamkeit fürs Erscheinungsbild.
Was wir tatsächlich überbezahlen und wie man den Preis liest
Bei der Frage der Ersparnis führt Galuschka das Beispiel der weißen Basis-T-Shirts an: In ihrer Praxis gibt es Stücke für 500–1.000 Hrywnja und aus dem Luxussegment. „Es geht nicht darum, dass ein Luxusstück teurer ist. Es geht darum, wie gut dieses Stück genäht ist, welcher Stoff verwendet wird und woher er stammt: aus Vietnam oder, zum Beispiel, aus der Ukraine von unseren Modistinnen“, erläutert die Stylistin. Gerade die Herkunft des Stoffs, die Qualität der Verarbeitung und die lokale Produktion bestimmen den Endpreis ukrainischer Marken während des Krieges. Auch die Nutzungshäufigkeit eines Kleidungsstücks ist wichtig: Ein hochwertiger Mantel, der von Saison zu Saison angepasst wird, amortisiert sich schneller als ein Paar Schuhe „für einen besonderen Anlass“, obwohl beide Freude bereiten.
„Die Basis-Garderobe“ – ein veraltetes Konzept
Galuschka erklärt offen, dass die Geschichte der klassischen „Basis-Garderobe“ sich zu völlig anderen Ansätzen gewandelt hat. Man sollte Stücke kaufen, die eindeutig Freude bereiten, die man oft tragen wird und die wirklich von Saison zu Saison übergehen. In den Garderoben ihrer Kundinnen gibt es Stücke, die seltener getragen werden, aber „unermessliche Freude und eine interessante Emotion“ bereiten – und das ist ein normaler Teil des Gleichgewichts. Die Stylistin rät davon ab, fremden Vorlagen zu folgen: Die Gestaltung der eigenen Garderobe basiert auf individuellen Lebensszenarien, nicht auf dem Kopieren von Trends aus den sozialen Medien.
Widersprüchliche Daten
In den bereitgestellten Quellen wurden keine wesentlichen Widersprüche in Fakten oder Zahlen festgestellt. Der einzige Hinweis: Im Interview gibt die Stylistin an, dass sie mit Kundinnen in „mehr als 28 Ländern“ gearbeitet hat, ohne jedoch zu präzisieren, ob es sich um Länder mit Kundinnen handelt oder um Länder, in denen sie persönlich Beratungen durchgeführt hat. Im Kontext des Artikels beeinflusst dies die Kernaussagen nicht, bei der Zitierung der genauen Zahl wird jedoch empfohlen, sich auf das direkte Zitat zu stützen: „mehr als 28 Länder“.