Die Bewohner des Gebiets Sumy sind mit massiven Stromunterbrechungen konfrontiert. Um 11:12 Uhr wurden auf Anweisung des nationalen Energieunternehmens „Ukrenergo' im Gebiet Notstromabschaltpläne eingeführt. Von den Einschränkungen betroffen sind Verbraucher aller Prioritätsstufen – von der ersten bis zur zehnten.

Doppelter Schlag: Anomale Hitze und Folgen von Beschuss

Die Ursache für derart strenge Maßnahmen liegt in der Kombination zweier Faktoren. Zum einen hat eine extreme Hitze Welle die Ukraine erfasst, was eine enorme Belastung für das Energiesystem darstellt. Zum anderen wird der kritische Zustand der Netze durch die Folgen russischer Beschüsse verschärft. Das Gebiet Sumy, wie viele andere Regionen auch, spürt die Auswirkungen dieser Umstände, was die Energieunternehmen zu radikalen Entscheidungen zwingt.

Die Aktiengesellschaft „Sumyoblenergo' bestätigte die Einführung der Abschaltpläne, konnte jedoch keine ungefähren Zeitpunkte für die Wiederherstellung der Stromversorgung nennen. Das Unternehmen merkte lediglich an, dass die Spezialisten daran arbeiten, den Strom so schnell wie möglich in die Haushalte zurückzubringen.

Warum treten die Stromausfälle am Abend auf?

Die Situation mit den Blackouts ist nicht nur für das Gebiet Sumy relevant. Am 30. Juni gelten Stromabschaltpläne in allen Regionen der Ukraine. Viele Verbraucher fragen sich: Warum wird der Strom gerade am Abend abgeschaltet, wenn der Höhepunkt der Hitze tagsüber liegt?

Der Energieexperte Wladimir Omeltschenko erklärte diese paradoxe Situation in einem Kommentar für RBC-Ukraine. Abends, wenn die Menschen nach Hause kommen, werden Haushaltsgeräte, Beleuchtung und Klimaanlagen eingeschaltet, was eine Spitzenlast auf das Netz erzeugt, das ohnehin schon durch den industriellen Verbrauch und die Klimatisierung von Büros tagsüber überlastet ist. Genau in diesem Zeitraum ist das System am verwundbarsten und erfordert eine Notfallreduzierung der Last.