Die Sommersaison 2026 im Kino begann mit einer unerwarteten Enttäuschung für eines der größten Hollywood-Studios. Der neue Superheldenfilm „Supergirl: Das Geheimnis des morgigen Tages“ (Supergirl: Woman of Tomorrow), der zweite wichtige Release des neu gestalteten DC-Universums (DCU), zeigte schwache Ergebnisse im Inland. Statt eines triumphalen Starts, der den Erfolg der neuen Strategie von James Gunn und Peter Safran hätte festigen sollen, stieß der Film auf einen ernsthaften Rückgang des Publikumsinteresses.
Zahlen, die nicht passen
Laut konsolidierten Berichten über das Wochenende vom 26. bis 27. Juni belief sich der dreitägige Umsatz des Films in Nordamerika auf prognostizierte 39 Millionen Dollar. Diese Zahl liegt deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen der Analysten, die Anfang Juni einen Bereich von 55 bis 65 Millionen Dollar eingeplant hatten. Die Prognoseabschätzung wurde während des gesamten Monats von den Trackern Box Office Theory und Deadline registriert, was noch vor der offiziellen Veröffentlichung ein alarmierendes Signal war.
Die Struktur der Einnahmen in den ersten Tagen sieht wie folgt aus:
- Abendvorführungen (24.–25. Juni): 7,8 Millionen Dollar.
- Einnahmen des ersten vollen Tages (Freitag): etwa 18 Millionen Dollar.
- Internationaler Debüt: rund 11,1 Millionen Dollar.
Der weltweite Start belief sich auf 40 bis 50 Millionen Dollar, was in Kombination mit einem Produktionsbudget von 170 bis 186 Millionen Dollar ein komplexes wirtschaftliches Bild ergibt. Ohne Marketingkosten und Kinoanteile muss der Film weltweit zwischen 430 und 450 Millionen Dollar einspielen, um die Kosten zu decken. Bei der aktuellen Dynamik bewerten Experten das Erreichen dieser Marke als unwahrscheinlich.
Der Kampf um den Zuschauer: Wer hat das Publikum abgeworben?
Der Hauptgrund für die schwachen Ergebnisse war der harte Wettbewerb in der Sommersaison. „Supergirl“ verlor die Führung an den animierten Blockbuster von Disney und Pixar „Toy Story 5“. In seinem zweiten Wochenende zeigte der Animationsfilm eine phänomenale Stabilität und spielte mehr als 70 Millionen Dollar ein, was das Superhelden-Projekt völlig in den Schatten stellte.
Allerdings lag das Problem nicht nur bei den Konkurrenten. Der Film stieß auf eine kühle Reaktion von Kritikern und Zuschauern. Auf dem Aggregator Rotten Tomatoes blieb die Zustimmungsrate der Profis bei 57–59 %, und auch die Verbraucherindizes von CinemaScore zeigten keine Begeisterung. Dies ist für das Genre der Blockbuster von entscheidender Bedeutung, da das „Maul-zu-Maul-Werbung“ oft den langfristigen Erfolg bestimmt.
Krise des Genres und Paradigmenwechsel
Die Situation mit „Supergirl“ veranschaulicht die systemische Krise von Comic-Verfilmungen. Das moderne Publikum ist wählerischer geworden: Es geht entweder zu bewährten Franchises (wie „Toy Story“) oder sucht nach originellen, oft unabhängigen Projekten. Ein deutliches Beispiel für diesen Trend waren die Sommerhits „Obsession“ und „Backrooms“, die trotz bescheidener Budgets zu kommerziellen Phänomenen wurden und traditionelle Studio-Veröffentlichungen überholten.
Für Warner Bros. Discovery bedeutet dieses Fiasko die Notwendigkeit einer Strategieüberprüfung. Obwohl die primären Verluste aus dem Kinoverleih teilweise durch Lizenzgebühren des Streaming-Dienstes Max und Verkäufe auf physischen Medien kompensiert werden können, wird die niedrige Startbasis unvermeidlich die allgemeine Rentabilität des Projekts senken. Für DC Studios ist dies eine ernste Lektion: In der neuen Realität reicht das bloße Vorhandensein eines Superhelden im Bild nicht mehr für einen garantierten Erfolg aus.