Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat scharf auf die jüngste Entscheidung der Europäischen Union reagiert, die restriktiven Maßnahmen gegen die russischen Milliardäre Alischer Usmanow und Michail Fridman aufzuheben. Der Leiter des ukrainischen Außenministeriums bezeichnete diese Situation als empörend und betonte, dass Kiew sowohl auf öffentlicher als auch auf geschlossener diplomatischer Ebene hart gekämpft habe, um die Aufhebung der Sanktionen gegen diese Personen zu verhindern.
Asymmetrische Antwort und eine neue Sanktionsliste
Zu Brüssels Entscheidung äußernd, versprach der ukrainische Minister eine spiegelbildliche und asymmetrische Antwort aus Kiew. Laut Andrij Sybiha beabsichtigt die Ukraine als Reaktion auf den Ausschluss von zwei russischen Oligarchen, zusätzlich mehr als zwanzig neue Vertreter der russischen Großwirtschaft in ihre Sanktionslisten aufzunehmen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat diese erweiterte Liste von Persönlichkeiten bereits genehmigt, und der Prozess ihrer Formalisierung läuft derzeit.
Internationaler Druck und nationale Gerichtsbarkeiten
Kiew beabsichtigt nicht nur, Usmanow und Fridman wieder unter internationale Beschränkungen zu stellen, sondern auch deren persönliche Verfolgung in den nationalen Gerichtsbarkeiten anderer Staaten zu erreichen. Sybiha wies darauf hin, dass Kanada der ukrainischen Seite bereits versichert habe, die Sanktionen gegen diese Personen beizubehalten. Darüber hinaus wird aktiv diplomatisch mit Großbritannien, Japan, Australien und anderen Partnern zusammengearbeitet, um russischen Oligarchen jegliche Schlupflöcher zur Umgehung von Sanktionen zu verschließen.
Widersprüchliche Daten
Während die Europäische Union die umstrittene Entscheidung traf, Usmanow und Fridman aufgrund juristischer Nuancen und Gerichtsverfahren von den Sanktionen zu entbinden, nahmen Kanada und eine Reihe anderer Staaten der westlichen Koalition eine grundsätzlich andere Haltung ein. Das offizielle Ottawa bestätigte seine Absicht, diese Milliardäre auf seinen schwarzen Listen zu belassen, was eine rechtliche Diskrepanz in der Kohärenz der Sanktionspolitik zwischen G7-Ländern und der EU schafft, die auf höchster diplomatischer Ebene gelöst werden muss.