In Warschau fand ein wichtiges Treffen der Außenminister der Ukraine und Polens statt, das einen Wendepunkt in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern bedeuten könnte. Andrij Sybyga und Radosław Sikorski diskutierten Wege zur Deeskalation und schlugen konkrete Schritte zur Normalisierung des Dialogs vor.

Gemeinsamer Feind und gemeinsame Interessen

Andrij Sybyga, der das ukrainische Außenministerium leitet, begann das Treffen mit einem Fokus auf die strategische Bedeutung der Partnerschaft. Nach seinen Worten ist Polen für die Ukraine lebenswichtig, genau wie die Ukraine für Polen. Was sie verbindet, ist die gemeinsame Herausforderung – die russische Aggression. Sybyga drückte auch seine Dankbarkeit für die beispiellose Unterstützung aus, die Warschau Kiew 2022 nach Beginn der umfassenden Invasion geleistet hat.

Entsperrung historischer Fragen

Besonderes Augenmerk wurde auf heikle Fragen der gemeinsamen Vergangenheit gelegt. Sybyga erklärte, dass in den letzten anderthalb Jahren erhebliche Fortschritte erzielt wurden. Insbesondere wurde die Exhumierung von Überresten freigegeben und die Arbeit des Historikerkongresses wieder aufgenommen. Die Ukraine beabsichtigt, weiterhin Genehmigungen für Such- und Exhumierungsoperationen zu erteilen.

Auch der Minister kommentierte die Situation mit den Namen von Einheiten der Streitkräfte der Ukraine, die nach Helden der UPA benannt sind. Er versicherte, dass solche Entscheidungen keine antipolnischen Absichten haben, und forderte beide Seiten auf, Weisheit zu zeigen, um Moskau nicht in die Hände zu spielen, das sich über jede Zunahme der Spannungen zwischen den Nachbarn freut.

Wirtschaft und Sicherheit

Fehler mit dem Orden des Weißen Adlers

Radosław Sikorski machte seinerseits eine wichtige Erklärung bezüglich der Entscheidung, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj des Ordens des Weißen Adlers zu entziehen. Der polnische Minister bezeichnete diese Entscheidung als fehlerhaft und stellte fest, dass sie den Führer eines Kriegführenden Landes gedemütigt habe. Sybyga bestätigte, dass Kiew nicht daran interessiert sei, Spannungen zu schaffen, und die Unterstützung des Nachbarn stets geschätzt habe.