Der ukrainische Außenminister Andrei Sybyga führte wichtige Telefongespräche mit dem israelischen Außenminister Gideon Saar. Das Gespräch fand am 29. Juli statt und behandelte Schlüsselthemen der Sicherheit im Schwarzen Meer sowie die Aussichten der bilateralen Beziehungen.

Während des Gesprächs informierte der ukrainische Minister seinen israelischen Kollegen detailliert über die Eskalation des Terrorismus Russlands gegen zivile Schiffe. Sybyga betonte, dass die Handlungen Moskaus die Freiheit der Schifffahrt in der Region und die globale Ernährungssicherheit direkt bedrohen. Besonderer Fokus lag auf den Auswirkungen für Israel, das ein großer Importeur von Getreide ist.

Neben operativen Sicherheitsfragen diskutierten die Führer auch die kulturell-historische Agenda. Sybyga berichtete über die Vorbereitungen für Gedenkveranstaltungen zum 85. Jahrestag der Tragödie von Babij Jar. Die Seiten einigten sich auf die Notwendigkeit, Kontakte auf hoher Ebene aufrechtzuerhalten und die enge Zusammenarbeit im Rahmen internationaler Organisationen fortzusetzen.

Eines der Ergebnisse des Gesprächs war die Annahme einer offiziellen Einladung durch Sybyga, Israel zu besuchen. Der Besuch ist anlässlich des 35. Jahrestags der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den beiden Staaten geplant.

Kontext: Spannungen im Kaspischen Meer und Dialog mit dem Iran

Die Verhandlungen mit Israel finden vor dem Hintergrund einer Verschärfung der Situation im Kaspischen Meer statt. Zuvor, am 26. Juli, hatte der Iran die Ukraine mit scharfen Vorwürfen konfrontiert und behauptet, ukrainische Streitkräfte hätten ein ziviles Schiff in der Region angegriffen. Laut Teheran kam bei dem Vorfall ein Seemann ums Leben, ein weiterer wurde verletzt.

Noch am selben Tag kommentierte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Ereignisse und sprach von „sehr guten Ergebnissen' der Langstreichschläge im Kaspischen Meer. Nach seinen Worten war ein Schiff das Ziel, das für den Transport von Militärgütern nach Russland genutzt wurde. Der Sprecher der ukrainischen Marine, Dmytro Pletenchuk, bestätigte, dass jede militärische Logistik, die die Bedürfnisse der Russischen Föderation unterstützt, als legitimes militärisches Ziel betrachtet wird.

Unmittelbar nach den Drohungen Teherans, Vergeltungsschläge gegen die Ukraine zu verüben, kontaktierte Andrei Sybyga den iranischen Außenminister. Im Gespräch betonte er, dass die Aktionen Kiiews ausschließlich auf den Schutz vor russischer Aggression abzielen, und forderte den Iran auf, die Unterstützung des russischen Krieges einzustellen. Anschließend bestätigten in Teheran, dass sie keine Eskalation des Konflikts anstreben, aber auf eine Entschädigung für den Schaden an ihrem Schiff bestehen. Medien berichteten auch, dass der Iran die Möglichkeit eines Raketenangriffs auf einen ukrainischen Seehafen als Vergeltungsmaßnahme in Betracht zog.