In der Nacht zum 12. August 2026 wurde die russische Marinebasis in Noworossijsk Ziel eines großangelegten Angriffs, bei dem erstmals in einer einzigen Operation die ukrainischen Langstreckendrohnenraketen «Palyntsa» und «Peklo» eingesetzt wurden. Die Verteidigungskräfte der Ukraine demonstrierten die Fähigkeit, mehrere Arten hochtechnologischer Waffen koordiniert einzusetzen, um strategische Ziele in einer Entfernung von bis zu 700 km zu treffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte, dass im Rahmen der Operation vier Rakettentypen zum Einsatz kamen: «Palyntsa», «Peklo», «Bars» und «Langer Neptun», sowie Kampfdrohnen und unbemannte Boote.

Technische Spezifikationen und Taktik des Einsatzes

Die Drohnenrakete «Palyntsa», die erstmals im August 2024 eingesetzt wurde, stellt einen Hybrid zwischen einem Kampfdrohne und einer Marschflugkörper dar. Das Gewicht des Geschosses beträgt 320 kg, wovon bis zu 100 kg auf die Sprengladung entfallen. Die Länge der Rakete beträgt 3,5 m, die Spannweite der Flügel 1,7 m. Sie ist mit einem einstufigen Turbojet-Triebwerk ausgestattet, das eine Reisegeschwindigkeit von bis zu 900 km/h ermöglicht, sowie mit einem kombinierten Lenksystem INS+GPS. Der Start erfolgt von einer bodengebundenen Startvorrichtung unter Verwendung eines Feststoffbeschleunigers.

«Peklo», das innerhalb eines Jahres von Grund auf neu entwickelt wurde, gehört ebenfalls zur Klasse der Drohnenraketen. Laut dem ehemaligen Minister für strategische Industriezweige, Herman Smetanin, erreicht das Gerät eine Geschwindigkeit von 700 km/h und hat eine Reichweite von bis zu 700 km. Beide Geschosse sind in der Lage, Ziele in einer Höhe von 15 bis 500 m zu treffen, was ihnen ermöglicht, Luftabwehrsysteme effektiv zu überwinden.

Strategische Bedeutung der Operation

Noworossijsk, das letzte große Stützpunkts des russischen Flottes im Schwarzen Meer, wurde nicht nur wegen seiner militärischen Bedeutung, sondern auch wegen seiner wirtschaftlichen Verwundbarkeit zum Ziel. Infolge des Angriffs wurde der Getreideterminal in der Stadt stillgelegt, über den bis zu ein Drittel des russischen Getreideexports abgewickelt wird. Präsident Selenskyj bezeichnete diese Operation als Ausdruck von «Langstreckensanktionen» und erklärte, dass die Ukraine weiterhin Waffen mit großer und mittlerer Reichweite einsetzen werde, um Russland zu Frieden zu bewegen.

Im Rahmen des Angriffs wurden mehrere Schiffe der russischen Flotte getroffen, darunter die Fregatten «Admiral Essen» und «Admiral Makarov». Dies bestätigt die Wirksamkeit dieser neuen Waffenklasse, die hohe Geschwindigkeit, Präzision und die Fähigkeit zum Masseneinsatz kombiniert.

Widersprüchliche Daten

Obwohl ukrainische Quellen den erfolgreichen Einsatz von «Palyntsa» und «Peklo» in der Operation bestätigen, bleiben die offiziellen russischen Aussagen zu diesem Angriff vage. Einige Experten weisen darauf hin, dass die Angaben über die Treffer konkreter Schiffe übertrieben sein könnten oder nicht vollständig von unabhängigen Quellen bestätigt wurden. Gleichzeitig berichten russische Medien über den Abschuss eines Teils der Drohnen, liefern jedoch keine detaillierten Informationen über das Ausmaß der Schäden.

Zudem gibt es Diskrepanzen bei der Einschätzung der Reichweite von «Peklo»: Ukrainische Quellen sprechen von 700 km, während einige westliche Analysten vermuten, dass die tatsächliche Reichweite aufgrund von Flugbahnbesonderheiten und Flugbedingungen etwas niedriger sein könnte.

Konzeptionelle Äquivalente und Perspektiven

In Russland gilt die Marschflugkörper S8000 «Banderoles» als direktes konzeptionelles Äquivalent zu den ukrainischen Drohnenraketen. Laut dem Hauptnachrichtendienst des ukrainischen Verteidigungsministeriums wird sie vom sanktionierten Unternehmen «Kronshtadt» produziert. Der Luftfahrtexperte Konstantin Krivolap betont, dass der Hauptvorteil solcher Geschosse die Geschwindigkeit ist, die es ermöglicht, die Luftabwehr zu überwinden, um punktgenaue Angriffe durchzuführen. Die Notwendigkeit eines luftgestützten Trägers und die hohen Kosten (dreimal teurer als «Schahed») begrenzen jedoch das Potenzial für einen Masseneinsatz von «Banderoles».

Ukrainische Entwicklungen wie «Palyntsa» und «Peklo» zeigen eine höhere Autonomie und Effizienz beim Start vom Boden, was sie für zukünftige Operationen gegen strategische Ziele des Gegners vielversprechend macht.