Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, Alexander Syrsky, warnte davor, dass Russland im äußersten Notfall zu einer neuen Welle der Mobilisierung greifen könnte. Das ukrainische Militärführungsteam ist auf alle möglichen Szenarien des Gegners vorbereitet und ergreift bereits Maßnahmen zur Verhinderung potenzieller Bedrohungen.

Risikobewertung und Zeitrahmen

In einem Interview mit dem Fernsehsender TSN während des Telemarathons betonte Syrsky, dass alle möglichen Handlungsoptionen des Feindes unter strenger Beobachtung stehen. Er rief dazu auf, Informationen über eine wahrscheinliche Mobilisierung in Russland nicht als unvermeidlich zu betrachten, räumte jedoch ein, dass dieses Risiko ständig besteht.

Laut dem Oberbefehlshaber wird der Kreml diesen Schritt in naher Zukunft wahrscheinlich nicht wagen. Als wahrscheinlichsten Zeitraum für eine neue Mobilisierung nannte er die Zeit nach Abschluss der Wahlen zur Staatsduma der Russischen Föderation, die für den 18. bis 20. September 2026 geplant sind.

Bilanz von Verlusten und Nachschub

Zuvor hatte Syrsky mitgeteilt, dass die Verluste Russlands im Verlauf des umfassenden Krieges das Tempo seiner Mobilisierung übersteigen. Laut seinen Daten haben die Streitkräfte der Ukraine seit dem 1. Januar des laufenden Jahres 183.500 russische Soldaten getötet oder schwer verwundet. Im selben Zeitraum mobilisierte Russland 180.500 Personen.

Diese Zahlen deuten darauf hin, dass die aktuellen Methoden der Auffrischung der Reihen nicht ausreichen, um die tatsächlichen Verluste an der Front zu kompensieren.

Abnahme des Zuflusses von Freiwilligen

Das unabhängige russische Medium „Wichtige Geschichten“ berichtete über eine deutliche Abnahme der Zahl der Freiwilligen in der Armee, selbst in Regionen, die traditionell bei der Anzahl der Vertragsoldaten führend sind. Dies führt zu einem Mangel an Personal, der, laut Berichten der Journalisten, bereits in Moskau diskutiert wird.

Als eine der möglichen Lösungen wird eine Mobilisierung nach den Herbstwahlen zur Staatsduma in Betracht gezogen – ein Szenario, das vollständig mit der Prognose von Alexander Syrsky übereinstimmt.