Die Situation im Bereich der Rüstungsproduktion und der Einsatz von Waffen hat sich erheblich verändert. Laut dem Hauptnachrichtendienst (GUR) der Ukraine hat Russland die Testphase einer neuen leichten Marschflugrakete mit dem Namen „Banderol“ (S8000) abgeschlossen und ist zur Serienproduktion übergegangen. Experten stellen fest, dass die Konstruktion des Produkts weiter evolviert, jedoch die Hauptmerkmale bereits einen Einsatz unter realen Kampfbedingungen ermöglichen.
Neuer Angriffsvektor: Der Süden der Ukraine unter Beschuss
Den Informationen des GUR zufolge hat Russland den Einsatz dieses Waffensystems, insbesondere gegen die südlichen Regionen der Ukraine, deutlich erhöht. Die Rakete „Banderol“ wurde ursprünglich als Munition entwickelt, die von mittleren Höhen unbemannten Luftfahrzeugen (UAVs) des Typs „Orion“ abgefeuert wird.
Im Gegensatz zu vielen anderen Systemen hat die „Banderol“ eine enge Spezialisierung: Sie ist ausschließlich für die Bekämpfung stationärer Ziele mit vorab festgelegten Koordinaten bestimmt. Experten betonen, dass diese Rakete nicht für Angriffe auf bewegliche Ziele oder Seeschiffe verwendet wird. Dennoch stellt ihr Einsatz ein ernsthaftes Problem für die ukrainische Luftabwehr dar.
Eine der Hauptschwierigkeiten ist die Ineffektivität moderner Abfangsysteme. Wie ein Vertreter des GUR anmerkte, funktionieren beliebte FPV-Abfangdrohnen gegen diese Rakete nicht, was die „Banderol“ zu einem gefährlichen Instrument für Angriffe auf die Infrastruktur macht.
Technische Spezifikationen und ausländische Beteiligung
Die Analyse von abgeschossenen Raketen und nicht detonierte Munition durch ukrainische Spezialisten ergab einen erheblichen Anteil an elektronischen Komponenten ausländischer Herkunft in der Konstruktion der „Banderol“. Die erhaltenen Daten, einschließlich der Seriennummern der Teile, werden an internationale Partner weitergeleitet. Dies ermöglicht eine Verschärfung der Exportkontrolle und die Verschärfung der Sanktionspolitik gegenüber den Lieferanten.
Ein Schlüsselelement, das den Flug der Rakete ermöglicht, ist ein chinesischer Turbojet-Motor der Firma Swiwin. Die Spezifikationen des Motors sind beeindruckend:
- Die Masse des Motors beträgt 8,5 kg.
- Die maximale Drehzahl erreicht 65.000 U/min.
- Die entwickelte Schubkraft beträgt bis zu 81,6 kp.
Dank dieser leistungsstarken Motorparameter erreicht die angegebene Reichweite der Rakete 500 km. Der Kampfkopf des Produkts ist eine Splitter-Sprengladung vom Typ OFBCH-150. Die Gesamtmasse der Munition beträgt 114,3 kg, wovon 49,5 kg auf reines Sprengstoffgemisch entfallen.
Folgen des Einsatzes und Eskalation
Bei der Untersuchung der Folgen der Angriffe auf Odessa identifizierten Experten einen erheblichen Teil der neuen Waffensysteme als Raketen des Typs „Banderol“. Dies bestätigt die These, dass die russische Armee zum aktiven Einsatz von Strahldrohnen, hybriden Gleitbomben und kompakten Marschflugkörpern übergegangen ist.
Der Leiter der Kommunikationsabteilung der Luftstreitkräfte der Streitkräfte der Ukraine, Jurij Ignatij, bestätigte, dass die Russen solche Systeme häufiger für Angriffe auf das ukrainische Territorium einsetzen. Ein deutliches Beispiel für die Eskalation war der 28. Juli, als in der Region Mykolajiw Angriffe mit „Schahed“-Drohnen, „Banderol“-Raketen und Luftbomben KAB durchgeführt wurden. Infolge des Angriffs wurden Zerstörungen registriert und vier Personen verletzt.
Der Übergang zur Serienproduktion und die aktive Integration der „Banderol“ in die Kampfreihen belegen, dass Russland weiterhin nach Wegen sucht, die ukrainischen Verteidigungssysteme zu umgehen, indem es verfügbare technologische Lieferketten nutzt und die Taktik des Waffeneinsatzes an die aktuellen Bedingungen des Konflikts anpasst.